Jahresbericht 1915

1871: Sande – Jever – Vereinigung: Streckenbeschreibung 1915

Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915

Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden.

Streckenbeschreibung 1915

Die eingleisige Bahn ist von Sande bis Jever als Hauptbahn und von Jever bis zur Landesgrenze als vollspurige Nebennahn erbaut.

Sie verläßt den auf +1,25 liegenden Bahnhof Sande der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven in nordwestlicher Richtung und behält diese Richtung, nur durch kurze Krümmungen unterbrochen, bis Jever bei. Bis Ostiem durchläuft sie die Marsch und dann bis Jever Geestländereien. Beim Haltepunkt Sanderbusch, km 2,30, schneidet sie die Chaussee Sande-Jever in Schienenhöhe und folgt ihrem Zuge, neben dem südlichen Straßenkörper herlaufend, bis km 5,35. Auf dieser Strecke überschreitet sie den Ems-Jade-Kanal auf eiserner Drehbrücke und das Upjeversche Tief auf fester eiserner Brücke. Die Bahn verläßt nun die Chaussee und erreicht hinter dem Haltepunkt Ostiem, km 6,65, ihren höchsten Punkt, +4,60, bei Bahnhof Heidmühle, km 8,34, wo ein Nebengleis nach der Sandgrube abzweigt, und hinter dem die Bahn die Chaussee Sande-Jever zum zweiten Male in Schienenhöhe schneidet. Von hier aus fällt sie, die alte Richtung beibehaltend, bis auf +3,28, duchläuft bei km 10.00 den Haltepunkt Siebethshaus, schneidet nochmals die Chaussee Sande-Jever in Schienenhöhe und erreicht bei km 12,96 den Bahnhof Jever (+3,55), dessen Mittelbahnsteig mittels Unterführung schienenfrei zugänglich ist.

Die Fortsetzung der Bahn bildet den auf oldenburgischem Gebiet liegenden Teil der ostfriesischen Küstenbahn von Jever über Norden nach Emden. Sie durchläuft von Jever bis zur Landesgrenze ausschließlich Marschländereien, wendet sich hinter Jever mehr nach N.N.W., sinkt bis auf +1,158, überschreitet das Mühlentief auf eiserner Brücke und den Schenumer Weg in Schienenhöhe, erreicht bei km 15,94 den Haltepunkt Vereinigung und geht dann hinter der Landesgrenze bei km 16,06 auf preußisches Gebiet über.

Von den Stationen dienen Sanderbusch, Ostiem, Siebethshaus und Vereinigung nur dem Personenverkehr, Sanderbusch ist außerdem für die Abfertigung von Kleinvieh in einzelnen Stücken, sowie von regelmäßigen Brot- und Milchsendungen eröffnet; Heidmühle und Jever dienen auch dem Güterverkehr und sind mit den dazu erforderlichen Gebäuden, Gleisen und sonstigen Einrichtungen, sowie mit Kreuzungsgleisen versehen. Heidmühle und Jever sind mit Wasserstation ausgerüstet; in Jever befindet sich ein Lokomotivschuppen und eine Lokomotivdrehscheibe. Jever ist Sitz einer Bahnmeisterei. Auf den Stationen der Strecke Sande-Jever ist die Bahnsteigsperre eingeführt. In Jever ist eine Bahnsteigüberdachung vorhanden.

An größeren Überbrückungen von Wasserläufen sind vorhanden:

  1. km 2,72, Eiserne Drehbrücke über den Ems-Jade-Kanal mit 2 Öffnungen von 7,60 m Stützweite
    und 6,65 m Stützweite
  2. km 4,16, Eiserne Brücke über das Upjeversche Tief mit 5,35 m Stützweite
  3. km 14,67, Eiserne Brücke über das Mühlentief mit 5,55 m Stützweite

An Unter- und Überführungen sind vorhanden:

  1. km 12,90, Personentunnel auf Bahnhof Jever 3,50 m weit
  2. km 15,25, Viehdurchlaß, 2 m weit, mit eisernem Überbau von 2,50 m Stützweite
  3. km 15,26, Viehdurchlaß, 2 m weit, mit eisernem Überbau von 2,50 m Stützweite

Wichtigere Straßen- und Chausseeübergänge in Schienenhöhe befinden sich in km 1,1, 2,35, 8,55, 10,80, 13,16.

Auf der Strecke Sande-Jever beträgt das größte Neigungsverhältnis 1:200 und der kleinste Krümmungshalbmesser rd 700m. Die Oberbauanordnung besteht auf freier Strecke und in den durchgehenden Bahnhofsgleisen aus der Form 6e, in den übrigen Bahnhofsgleisen zum größten Teil aus der Form 6, zum geringeren Teil aus der älteren Form B. Die Gleisbettung besteht zum größten Teil aus Steinschlag, im übrigen aus Sand.


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Jahresbericht 1915

1869: Oldenburg – Leer: Streckenbeschreibung 1915

Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915

Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden.

Streckenbeschreibung 1915

Die zwischen Kayhauserfeld und Zwischenahn zweigleisige und im übrigen eingleisige Hauptbahn Oldenburg-Leer bildet die Fortsetzung der Strecke Bremen-Oldenburg. Sie verläßt den auf +7,25 liegenden und mit schienenfrei zugänglichen Bahnsteigen versehenen Bahnhof Oldenburg, über dessen Gleise eine Fußgängerüberführung hinweggeht, am Westende mit einem Gefälle von 1:150, überschreitet in Schienenhöhe mehrere Straßen der Stadt Oldenburg und bleibt bis zu dem nur dem Ausflugsverkehr im Sommer dienenden, mit einer Fußgängerüberführung versehenen Haltepunkt Ziegelhofstraße, km 0,90, südlich neben den Gleisen der Bahn nach Wilhelmshaven. Hinter der Ziegelhofstraße beginnt in nordwestlicher Richtung eine nur durch kurze Bögen von 3000 und 5000 m Halbmesser unterbrochene rd. =29 km lange Gerade. Erst kurz vor Apen finden sich schärfere Bögen von 2000 und 700 m Halbmesser. Innerhalb der Stadt Oldenburg fällt die Bahn von +7,25 N.N. auf +5,10; sie bleibt dann auf 5350 m Länge auf dieser Höhe, schneidet auf dem Haltepunkt Wechloy, km 3,40, in Schienenhöhe die Chaussee Oldenburg-Zwischenahn. Bei km 2,3 zweigt ein Anschlußgleis ab. In ihrem weiteren Verlauf berührt die Bahn in km 5,99 den Bahnhof Bloh, von dem nach der gegenüberliegenden Wirtschaft eine im Privatbesitz stehende hölzerne Fußgängerbrücke über die Bahnhofsgleise führt. Hinter Bloh beginnt die Bahn zu steigen und erreicht, durch abwechselndes Fallen und Steigen unterbrochen, beim Bahnhof Kayhauserfeld, km 10,84, ihren Höchstpunkt, +10,00, zugleich die Wasserscheide zwischen Weser und Ems. Auf dieser Höhe bleibt die Bahn bis km 13,00, dann senkt sie sich nach dem auf +9,15 liegenden Bahnhof Zwischenahn, km15,24, wo die vollspurige Kleinbahn nach Edewecht abzweigt, überschreitet die den Ausfluß des Zwischenahner Meeres bildende Aue auf eiserner Brücke und fällt dann, durch kürzere Steigungen und ebene Strecken unterbrochen, in das Tal der Ems. Auf Bahnhof Zwischenahn führt eine eiserne Fußwegüberführung nach dem Edewechter Bahnsteige. Nach Überschreitung der Ollenbäke und der Gießelhorster Bäke mittels gewölbter Brücken gelangt sie bei km 23,46 nach dem auf +5,00 liegenden Bahnhof Ocholt, wo die Bahnen nach Ellenserdamm und Cloppenburg abzweigen. Die Bahnsteige auf Bahnhof Ocholt sind mittels schienenfreier Unterführung zugänglich gemacht. Hinter Ocholt tritt die bahn in das weite Flutgebiet der Ems ein. Über die Linderner- und Süderbäke auf eisernen Brücken hinweggehend, erreicht sie allmählich bis auf +3,20 fallend, bei km 29,46 den Bahnhof Apen, wo sich am schiffbaren Apener Tief, im weiteren Verlauf „Jümme“ genannt, einfache Einrichtungen für den Umschlagverkehr zwischen Eisenbahn und Schiff befinden. Jenseits Apen überschreitet die Bahn die Ihorster Bäke auf eiserner Brücke und erreicht in mehr westlicher Richtung hinter dem Augustfehnkanal, der auf eiserner Klappbrücke überschritten wird, den Bahnhof Augustfehn (+3,70), km 32,20, mit den vom Augustfehnkanal abzweigenden Torfhafen und mit größeren Torfschuppen für die Torflagerung. Hinter Augustfehn geht die Richtung der Bahn nach S.W. über; unter weiterem Fallen bis auf +2,10 wird bei km 36,17 die preußische Grenze erreicht, und dann wendet sich die Bahn wieder nach Wester, um die bis Leer noch zurückzulegende Strecke unter Vermeidung der tiefliegenden Ländereien zu verfolgen. Es folgt bei km 39,56 Bahnhof Stickhausen (+2,40), hinter dem die Bahn eine nordwestliche Richtung einschlägt und das Überschwemmungsgebiet der Ems auf einem mäßig hohen Damm durchschreitet, wobei sie den Georgskanal auf eiserner Drehbrücke und anschließender fester Brücke und die Chaussee nach Leer in Schienenhöhe kreuzt. Jenseits Bahnhof Filsum (+2,10), km 42,89, wendet sich die Bahn nach Westen; sie kreuzt wiederum die nach Leer führende Chaussee in Schienenhöhe, überschreitet das Filsumer Tief auf gewölbter und das Holtlander Sieltief auf eiserner Brücke, steigt auf +3,00 und kreuzt, bei Bahnhof Nortmoor (+2,75), km 47,80,in S.W. Richtung übergehend, zum dritten Male die Chaussee nach Leer in Schienenhöhe. Dann wendet sich die Bahn genau nach Westen, kreuzt zum vierten Mal die Chaussee nach Leer in Schienenhöhe und erreicht nach längerer Steigung und mit scharfem Bogen in die Südrichtung übergehend und die Leerer Chaussee zum letzten male in Schienenhöhe kreuzend, bei km 55,01 den aud +5,05 liegenden Bahnhof Leer der Preußischen Staatsbahn.

Von den Stationen dienen Wechloy und Filsum nur dem Personenverkehr; Düwelshop (Posten 9) ist Ladestelle; in Kayhauserfeld können lebende Tiere und Gegenstände, die über eine Rampe ver- und entladen werden müssen, nicht abgefertigt werden. Die übrigen Stationen sind mit Gebäuden, Gleisen und sonstigen Einrichtungen für den Personen- und Güterverkehr, sowie mit Kreuzungsgleisen versehen. Auch in Filsum ist ein Kreuzungsgleis vorhanden. Wasserstationen sind in Zwischenahn, Ocholt und Apen vorhanden. In Ocholt befindet sich ferner ein Lokomotivschuppen und eine Lokomotivdrehscheibe. Ocholt, Augustfehn und Nortmoor sind Sitze von Bahnmeistereien. Auf sämtlichen Stationen ist die Bahnsteigsperre eingeführt. In Zwischenahn ist eine Bahnsteigüberdachung vorhanden. Sämtliche Stationen und Wärterposten sind an die Streckenfernsprechanlage Oldenburg-Leer angeschlossen.

An größeren Überbrückungen von Wasserläufen sind vorhanden:

  1. km 2,82, Gewölbte Brücke über die Wechloyer Bäke 3,30 m weit
  2. km 8,38, Gewölbte Brücke über die Putthaaren 3,00 m weit
  3. km 10,04, Gewölbte Brücke über die Haaren 4,00 m weit
  4. km 15,93, Eiserne Brücke über die Aue mit 6,65 m Stützweite
  5. km 19,47, Gewölbte Brücke über die Ollenbäke 3,10 m weit
  6. km 22,28, Gewölbte Brücke über die Gießelhorster Bäke 3,00 m weit
  7. km 24,04, Eiserne Brücke über die Linderner Bäke mit 2,40 m Stützweite
  8. km 28,05, Eiserne Brücke über die Süderbäke mit 7,00 m Stützweite
  9. km 29,86, Eiserne Brücke über die Ihorsterbäke 7,00 m Stützeite
  10. km 31,93, Eiserne Klappbrücke über den Augustfehnkanal mit 1 festen Überbau von 4,00 m Stützweite
    und 1 beweglichen Überbau von 8,25 m Stützweite
  11. km 40,65, Eiserne Drehbrücke über den Georgsfehnkanal mit 1 beweglichen Überbau von 3,82 m Stützweite und 7,00 m Stützweite
    und 1 festen Überbau von 11,30 m Stützweite
  12. km 43,28, Gewölbte Brücke über das Filsumer Sieltief 3,00 m weit
  13. km 44,82, Eiserne Brücke über das Holtlander Sieltief von 8,40 m Stützweite
  14. km 45,31, Gewölbte Brücke über den Heimschloot 3,00 m weit

An Unter- und Überführungen sind vorhanden:

  1. km 0,11, Eiserne Fußwegüberführung auf Bahnhof Oldenburg
  2. km 0,86, Eiserne Fußwegüberführung auf Haltepunkt Ziegelhofstraße
  3. km 5,97, Hölzerne Privatfußwegüberführung auf Bahnhof Bloh
  4. km 15,08, Fußwegüberführung auf dem Edewechter Bahnsteig auf Bahnhof Zwischenahn
  5. km 23,45, Personentunnel auf Bahnhof Ocholt 3,5 m weit

Wichtigere Straßen- und Chausseeübergänge in Schienenhöhe befinden sich in km 0,57, 0,64, 0,84, 1,36, 3,40, 15,65, 23,50, 29,29, 37,98, 41,59, 43,95, 47,58, 51,11, 54,80.

Das größte Neigungsverhältnis beträgt 1:150, der kleinste Krümmungshalbmesser 700 m. Die Oberbauanordnung der Hauptgleise auf den Bahnhöfen und den Streckengleisen besteht aus den Formen Dh – von km 13,74 bis 14,93 mit Stoßfanglaschen – und 6e, auf den Nebengleisen der Bahnhöfe größtenteils aus Form 6. Die Gleisbettung besteht auf der Strecke und in den durchgehenden Gleisen der Bahnhöfe aus Steinschlag, im übrigen aus Sand.


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Bahnstrecke Oldenburg - Wilhelmshaven

1867: Oldenburg – Wilhelmshaven

Ein preußisch-oldenburgisches Gemeinschaftsprojekt

Rot markiert die Bahnlinie von Oldenburg nach Wilhelmshaven
Rot markiert die Bahnlinie von Oldenburg nach Wilhelmshaven

Die Strecke wurde als Gemeinschaftsprojekt der Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahn (GOE) und der Preußischen Staatsbahn zusammen mit der Bahnstrecke Bremen – Oldenburg geplant und erbaut. Sie sollte den preußischen Marinehafen in Wilhelmshaven (damals „Heppens“) anbinden und den Norden des Großherzogtums erschließen. Sie wurde am 18. Juli 1867 offiziell eröffnet, tatsächlich aber erst am 3. September 1867 fahrplanmäßig in Betrieb genommen.

Die Zuständigkeit für die Strecke wurde mit der Auflösung der G.O.E. und der Gründung der Reichsbahndirektion Oldenburg von dieser übernommen.


Streckenbeschreibung 1915


Stationen der Strecke

StationkmAnschluss
Oldenburg0Bremen
Leer
Osnabrück
Brake
Ziegelhofstrasse0,90
Bürgerfeld3,27
Neusüdende8,61
Rastede12,21
Hahn17,61
Jaderberg23,43
Varel30,74Neuenburg
Rodenkirchen
Varelerhafen
Dangastermoor33,78
Ellenserdamm38,92Ocholt
Ellenserdammersiel
Sande45,01Jever – Vereinigung
Mariensiel48,11
Rüstringen50,74
Wilhelmshaven52,38

Bilder von Stationen der Strecke

Im Folgenden werden einige, im Wesentlichen historische, Ansichten von Bahnhöfen und sonstigen Bauten an der Bahnlinie gezeigt.

Da in meiner Sammlung nach wie vor Lücken bestehen, kann nicht jeder Bahnhof gezeigt werden.


Oldenburg

Bilder finden Sie auf den Bahnhofsseiten:

Ziegelhofstrasse

Sicht um 1910 auf den Haltepunkt Ziegelhofstraße in Oldenburg mit der markanten Fußgängerbrücke über die Gleise.
Links das Gleis in Richtung Leer, rechts bei beiden Gleise nach Wilhelmshaven.
Sicht um 1910 auf den Haltepunkt Ziegelhofstraße in Oldenburg mit der markanten Fußgängerbrücke über die Gleise. Links das Gleis in Richtung Leer, rechts bei beiden Gleise nach Wilhelmshaven.

Neusüdende

Das kleine Gebäude der Station in Neusüdende ist auf einer seltenen Ansichtskarte abgebildet.
Das kleine Gebäude der Station in Neusüdende ist auf einer seltenen Ansichtskarte abgebildet.

Rastede

Blick auf das Empfangsgebäude und die Gleise des Bahnhofs Rastede auf einer 1899 gelaufenen Ansichtskarte.
Blick auf das Empfangsgebäude und die Gleise des Bahnhofs Rastede auf einer 1899 gelaufenen Ansichtskarte.

Weitere Bilder finden Sie auf der Bahnhofs-Seite:

Hahn

Ansicht vom Bahnhof Hahn um 1910. Die Lokomotive scheint später in das Bild hinein retuschiert zu sein.
Ansicht vom Bahnhof Hahn um 1910.
Die Lokomotive scheint später in das Bild hinein retuschiert zu sein.

Jaderberg

Blick auf den Bahnhof Jaderberg ca. 1900.
Blick auf den Bahnhof Jaderberg ca. 1900.

Varel

Der Bahnhof Varel von der Gleisseite um 1905.
Varel war Bahnknotenpunkt, hier gingen mehrere Strecken der Vareler Nebenbahnen (nach Neuenburg und Varelerhafen) und die Strecke nach Rodenkirchen ab.
Der Bahnhof Varel von der Gleisseite um 1905. Varel war Bahnknotenpunkt, hier gingen mehrere Strecken der Vareler Nebenbahnen (nach Neuenburg und Varelerhafen) und die Strecke nach Rodenkirchen ab.

Dangastermoor

Ansicht des Bahnhofs Dangastermoor aus der Sammlung von Uwe Clauss. Die Ansicht stammt aus den 1930er Jahren.
Ansicht des Bahnhofs Dangastermoor aus der Sammlung von Uwe Clauss. Die Ansicht stammt aus den 1930er Jahren.

Ellenserdamm

Der Bahnhof Ellenserdamm mit einfahrendem Personenzug um 1900. Von Ellenserdamm zweigten später sie Strecken nach Ocholt und die kurze Stichstrecke nach Ellenserdammersiel ab.
Der Bahnhof Ellenserdamm mit einfahrendem Personenzug um 1900. Von Ellenserdamm zweigten später sie Strecken nach Ocholt und die kurze Stichstrecke nach Ellenserdammersiel ab.

Sande

Interessante Ansicht des alten Bahnhofsgebäudes von Sande etwa um 1905 herum.
Von Sande zweigte die Bahn nach Jever und weiter nach Emden ab.
Interessante Ansicht des alten Bahnhofsgebäudes von Sande etwa um 1905 herum. Von Sande zweigte die Bahn nach Jever und weiter nach Emden ab.

Mariensiel

Ein altes Foto zeigt den Bahnhof Mariensiel um 1900.
Ein altes Foto zeigt den Bahnhof Mariensiel um 1900.

Rüstringen (ehemals Bant)

Ansicht des Bahnhofs Rüstringen (Bant) etwa 1915.
Rüstringen war noch auf oldenburgischen Gebiet, während Wilhelmshaven zu Preußen gehörte.
Ansicht des Bahnhofs Rüstringen (Bant) etwa 1915. Rüstringen war noch auf oldenburgischen Gebiet, während Wilhelmshaven zu Preußen gehörte.

Wilhelmshaven

Eine frühe Ansicht von 1903 des Bahnhofs Wilhelmshaven. Beachtenswert sind die zahlreichen unterschiedlichen Waggons.
Eine frühe Ansicht von 1903 des Bahnhofs Wilhelmshaven. Beachtenswert sind die zahlreichen unterschiedlichen Waggons.

Weitere Bilder finden Sie auf der Bahnhofs-Seite:


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Jahresbericht 1915

1867: Oldenburg – Wilhelmshaven: Streckenbeschreibung 1915

Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915

Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden.

Streckenbeschreibung 1915

Die Hauptbahn Oldenburg-Wilhelmshaven war ursprünglich eingleisig und ist später, zunächst von Wilhelmshaven bis Sande, dann von Oldenburg bis Sande, zweigleisig mit 4,00 m Gleisabstand ausgebaut worden.

Die Bahn verläßt den auf +7,25 N.N. liegenden und mit schienenfrei zugänglichen Bahnsteigen versehenen Bahnhof Oldenburg, über dessen Gleise eine Fußgängerüberführung hinweggeht, am Westende mit einem Gefälle von 1:150, überschreitet in Schienenhöhe mehrere Straßen innerhalb der Stadt Oldenburg und wendet sich hinter dem dem Ausflugverkehr im Sommer dienenden und mit einer Fußgänger-Überführung versehenen Haltepunkt Ziegelhofstrasse (+5,10), km 0,90, in einem 1100 m langen Bogen von 942 m Halbmesser nach Norden. In einer 6935 m langen Geraden steigt sie dann, sich dem Gelände anschmiegend, vor Neusüdende bis auf +18,70, überschreitet dabei die Chaussee Oldenburg-Wiefelstede in Schienenhöhe auf Bahnhof Bürgerfeld (+8,70), km 3,27, wendet sich beim Haltepunkt Neusüdende, km 8,61, vor dem bei km 6,05 ein Anschlußgleis im Ofener Diek abzweigt, nach N.N.W. und erreicht mit kurzen Gegengefällen den auf +18,50 liegenden Bahnhof Rastede bei km 12,21. Hinter Rastede fällt die Bahn bis kurz vor dem Übergang der Chaussee Rastede-Varel auf +11,00 und steigt dann bis km 16.06 auf +15,20. Zwischen Rastede und Hahn biegt die Linie bei Rehorn mehr nach N.W. ab, geht dann, bis auf +12,30 gefallen, in der alten Richtung durch den Bahnhof Hahn, km 17,61, und das Hahner Holz und biegt, ständig weiter fallend nach N.N.O. um. Kurz vor Bahnhof Jaderberg bis auf +2,60 gefallen, steigt sie auf Bahnhof Jaderberg, km 23,43, wo ein Fußweg schienenfrei über den Bahnhof geführt ist, auf +3,20, fällt hinter Jaderberg bis auf +1,40 und steigt dann bei der Überschreitung der Wapel auf eiserner Brücke auf +1,80. Auf dieser Höhe auf 3800 m bleibend, wendet sich die Bahn nach N.W., die Marsch auf niedrigem Damm durchquerend und steigt dann bei Bahnhof Varel auf +6,50 empor. Von dem teils im Auftrage, teils im Einschnitte liegenden Bahnhof Varel, km 30,74, dessen Mittelbahnsteige durch eine Überführung für Fußgänger schienenfrei zugänglich sind, zweigen westlich die Bahn nach Bockhorn und östlich die Bahn nach Rodenkirchen und nach Varelerhafen ab. Die Straße nach dem Hafen überschreitet den Bahnhof mittels Eisenbetonbrücke. Hinter dem Bahnhof Varel fällt die Bahn, nimmt eine mehr westliche Richtung an, erreicht bei km 33,78 den Haltepunkt Dangastermoor (+4,10) und dann, weiter fallend, durch kurze Steigungen und mehrere ebene Strecken unterbrochen, nach Überschreitung des Steinhauser und Zeteler Tiefs auf eisernen Brücken den Bahnhof Ellenserdamm, km 38,92, wo nach Süden die Bahn nach Ocholt und nach Ellenserdammersiel abzweigt, auf +1,85. Von hier bis Sande sind die Höhenunterschiede nur gering; die Höhen liegen zwischen +1,85 und +2,15. Hinter dem Bahnhof Ellenserdamm läuft die Linie in fast nördlicher Richtung, das Ellenserdammersieltief auf eiserner Brücke überschneidend, an der Küste entlang. Hinter Bahnhof Sande (+1,25) km 45,01, wo die Bahn nach Jever abzweigt und eine Verbindung mit dem Werftbahnhof Sande besteht, wendet sich die Linie nach N.O. und dann nach O., immer dem Laufe der Küste folgend. Bei km 47,04 zweigt die Festungsbahn nach Rüstersiel ab. Hinter dem Bahnhof Sande steigt die Bahn nach der Überschreitung des Mariensieler Tiefs auf fester eiserner Brücke bis auf +3,90 bei der Kreuzung des Ems-Jade-Kanals auf eiserner Drehbrücke in km 48,07. Nun fällt sie, geht durch die Station Mariensiel (+3,65), km 48,11, und Rüstringen (+1,90), km 50,74, beide mit schienenfrei zugänglichen Mittelbahnsteigen, überschreitet in Schienenhöhe Straßen in Rüstringen und Wilhelmshaven, tritt in km 51,75 auf preußisches Gebiet und endet in +2,10 Höhe bei km 52,38 im Bahnhof Wilhelmshaven. Von hieraus führt ein Verbindungsgleis nach der Kaiserlichen Werft.

In Rüstringen, km 51,00, ist von der Kaiserl. Werft eine Fußwegüberführung über die Bahnhofsgleise hergestellt, die eine schienenfreie Verbindung zwischen der Eisenbahn- und Schmiedestraße ermöglicht. Auf Bahnhof Wilhelmshaven ist der Bahnübergang der Metzerstraße durch eine Fußgängerbrücke schienenfrei überführt.

Von den Stationen dienen Bürgerfeld, Neusüdende, Mariensiel und Rüstringen nur dem Personenverkehr, Dangastermoor dem Personen- und Eil-Stückgutverkehr, während die übrigen mit den Gebäuden, Gleisen und sonstigen Einrichtungen für den Personen- und Güterverkehr, sowie mit Kreuzungsgleisen versehen sind. Auch in Bürgerfeld ist ein Kreuzungsgleis vorhanden. Varel und Wilhelmshaven sind mit Wasserstation, Varel, Ellenserdamm und Wilhelmshaven mit Lokomotivschuppen, Ellenserdamm und Wilhelmshaven auch mit Lokomotivdrehscheibe ausgerüstet. Rastede, Varel und Wilhelmshaven sind Sitze von Bahnmeistereien. Auf sämtlichen Stationen ist die Bahnsteigsperre eingeführt. Bahnsteigüberdachungen sind in Rastede, Varel, Rüstringen und Wilhelmshaven vorhanden. Die Strecke ist mit durchgehender Streckenblockung ausgerüstet.

An größeren Überbrückungen von Wasserläufen sind vorhanden:

  1. km 25,07, Eiserne Brücke über die Wapel mit 7,40 m Stützweite
  2. km 37,92, Eiserne Brücke über das Steinhauser Tief mit 13,40 m Stützweite
  3. km 38,59, Eiserne Brücke über das Zeteler Tief mit 13,40 m Stützweite
  4. km 39,34, Eiserne Brücke über das Ellenserdammer Tief mit 25,20 m Stützweite
  5. km 47,70, Eiserne Brücke über das Mariensieler Tief mit 12,75 m Stützweite
  6. km 48,07 Eiserne Drehbrücke über den Ems-Jade-Kanal mit 2 Öffnungen von rd. 9,90 m Stützweite / 11,80 m Stützweite

An Unter- und Überführungen sind vorhanden:

  1. km 0,11, Fußwegüberführung auf Bahnhof Oldenburg
  2. km 0,23, Signalbrücke auf Bahnhof Oldenburg
  3. km 0,86, Fußwegüberführung auf Station Ziegelhofstraße 
  4. km 12,18, Personentunnel auf Bahnhof Rastede, 4,0 m weit 
  5. km 23,61, Fußwegüberführung auf Bahnhof Jaderberg 
  6. km 30,79, Bahnsteigüberbrückung auf Bahnhof Varel 
  7. km 31,11, Straßenüberführung auf Bahnhof Varel 
  8. km 48,19, Personentunnel auf Bahnhof Mariensiel, 3,50 m weit 
  9. km 50,74, Personentunnel auf Bahnhof Rüstringen, 4,00 m weit
  10. km 51,00, Fußwegüberführung auf Bahnhof Rüstringen (der Werft gehörend)
  11. km 51,83, Fußwegüberführung auf Bahnhof Wilhelmshaven

Wichtigere Straßen- und Chausseeübergänge in Schienenhöhe befinden sich in km 0,57, 0,64, 0,84, 1,36, 3,34, 14,36, 23,20, 23,90, 33,81, 46,91, 47,68, 48,14, 51,22, 51,83.

Das größte Neigungsverhältnis beträgt 1:150, der kleinste Krümmungshalbmesser 750m. Von Oldenburg bis km 50,0 (vor Bahnhof Rüstringen) liegt in den Hauptgleisen der freien Strecke und der Bahnhöfe Rastede, Hahn, Jaderberg und Sande Oberbau der Formen 8b, De, Dh und Dh Br; in den übrigen Bahnhofsgleise und auf der Strecke von km 50,0 bis Wilhelmshaven liegt die Form 6. Die Gleisbettung besteht zwischen Oldenburg und km 50,0 auf freier Strecke und in den durchgehenden Gleisen der Bahnhöfe Rastede, Hahn, Jaderberg und Sande aus Steinschlag, in den übrigen Gleisen der Stationen und von km 50,0 bis Wilhelmshaven aus Sand.


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Jahresbericht 1915

1867: Oldenburg – Bremen: Streckenbeschreibung 1915

Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915

Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden.

Streckenbeschreibung 1915

Die Hauptbahn Oldenburg – Bremen war ursprünglich eingleisig und ist später nach und nach zweigleisig mit 4 m Gleisabstand ausgebaut worden. Sie verläßt den auf + 7,25 N.N. liegenden und mit schienenfrei zugänglichen Bahngleisen versehenen Bahnhof Oldenburg an seinem Ostende, überschreitet auf zweigleisiger, eiserner Drehbrücke – gemeinsam mit der Bahn Oldenburg-Osnabrück – die Hunte, biegt nach S.O. ab und senkt sich auf + 3,50. Bei km 2,28 zweigt die Verbindung für Güterzüge nach dem Verschiebebahnhof Oldenburg an der Strecke Oldenburg-Osnabrück ab. Nach einer längeren ebenen Geraden, die nur bei der Überschreitung des neuen Kanals auf eiserner Brücke ein kurzes Steigen und Fallen aufweist, senkt sich die Bahn auf + 3,00 und erreicht bei km 4,51 den Haltepunkt Neuenwege. Nun folgt ein unbedeutendes Gegengefälle und in kurzem Bogen biegt die Bahn bei km 8,20 in nahezu östlicher Richtung in den Bahnhof Wüsting (+ 3,10) ein. Hier ist in km 8,37 der Fußweg des Wegüberganges mittels Eisenbetonbrücke schienenfrei überführt. Danach beginnt eine lange Steigung, die zunächst auf mäßig hohem Damme durch Wiesenniederungen führt und dann im Reiherholz einen tiefen Einschnitt bildet. Hier erreicht die Steigung ihren Höhepunkt, + 12,00, welche Höhe bis Bahnhof Hude beibehalten wird. Bei km 13,69 liegt die Holzverladestelle und Blockstelle Reiherholz. Hinter dem Reiherholz, in dem ein Weg schienenfrei über die Bahn auf einer gewölbten Eisenbetonüberführung hinweggeht, durchquert die Bahn die Niederung der Berne auf hohem Damm, kreuzt hierbei die schienenfrei unterführten Wege, Vielstädter und Hurreler Kirchweg, km 15,58, sowie einen ferneren Weg in km 16,12, überschreitet die Berne auf gewölbter Brücke und biegt, in die S.-O.-Richtung übergehend, bei km 16,69 in den Bahnhof Hude ein. Hier zweigt die Bahn nach Nordenham-Blexen ab. Um den Inselbahnhof Hude für den Personenverkehr schienenfrei zugänglich zu machen, sind die Bahnhofsgleise durch eine Fußwegüberführung im Zuge der Ortsstraße überbrückt. Hinter dem Bahnhof Hude nimmt die Bahn wieder eine östliche Richtung an, fällt bis km 19,40 auf + 7,80 und steigt dann in einer 3390 m langen Geraden bis dicht vor Bahnhof Grüppenbühren auf + 13,15 an. Bei km 19,68 zweigt ein Anschlußgleis ab. Auf dem Bahnhof Grüppenbühren, km 21,92, überschreitet die Gemeindechaussee die Bahn auf einer Überführung aus Eisenbeton mit 2 Öffnungen. Vom Bahnhof führt ein Nebengleis nach der Sandgrube in dem hier südlich der Bahn liegenden hohen Geestrücken, dann beginnt eine Abbiegung der Linie nach S.-O. Bei km 24,37 und 25,11 zweigen Anschlußgleise ab. Die Bahn fällt bis auf + 6,80 und erreicht nach Durchschneidung des Nutzhorner Holzes bei km 25,40 den am Wege von Stenum nach Schönemoor angelegten Haltepunkt Schierbrook. Neben dem in Schienenhöhe gekreuzten Wege besteht eine Fußwegunterführung. Hinter Schierbrook steigt die Bahn bis auf + 13,60 und biegt in langem Bogen nach S. ab. Bei km 27,06 und 27,80 zweigen Anschlußgleise ab. Nach der Blockstelle Hoykenkamp, km 28,01, fällt die Bahn auf + 8,30 kurz vor Bahnhof Delmenhorst, km 30,70 (+ 8,75), in welchem sie, in die östliche Richtung übergehend, in langem Bogen einbiegt. Hier zweigen die Bahn nach Hesepe und die vollspurige Kleinbahn nach Harpstedt ab. Innerhalb der Stadt Delmenhorst überschreitet die Bahn die Mühlen- und die Stedingerstraße in Schienenhöhe, die Welse auf einer Eisenbetonbrücke und die Delme auf eiserner Brücke. Im Zuge der Mühlenstraße und Stedingerstraße in Delmenhorst sind Unterführungen für den Fußgängerverkehr angelegt. Der Mittelbahnsteig in Delmenhorst ist durch einen Personentunnel schienenfrei zugänglich. Hinter Delmenhorst steigt die Bahn mit 1:154 bis auf 12,70 und fällt dann wieder bis Bahnhof Heidkrug. Bei km 31,54 wird ein Fußweg schienenfrei überführt; bei km 31,77, wo die Bahn den höchsten Punkt erreicht hat, wird die Hasbergerstrasse unterführt. Bei km 31,86 wird die Bahn mittels eiserner Brücke über die projektierte Bahn nach Lemwerder geführt. In dem hier beginnenden Gefälle liegt bei km 32,05 die Unterführung des Anschlußgleises nach der Wollkämmerei und bei km 32,19 eine Straßenunterführung. In km 32,77 kreuzt die Bahn den Hoyersgraben mittels Eisenbetonbrücke, sie erreicht den Haltepunkt Heidkrug, km 34,08, auf + 6,30, überschreitet hier die Heidkruger Bäke auf eiserner Brücke, fällt dahinter auf + 5,20, überschreitet mit kurzem Gegengefälle den Iprumper Graben auf gewölbter Brücke, fällt auf + 5,0, geht dann in einer langen Ebenen mittels eiserner Brücken über den Fleetgraben und die Varreler Bäke und tritt hier, km 36,09, in das Bremer Gebiet ein. Nun steigt sie kurz vor Huchting auf + 6,00, bleibt auf Bahnhof Huchting, km 37,94, wo die vollspurige Kleinbahn von Thedinghausen einläuft, in der Ebenen und geht dann mit Gegengefällen 1:175 über die Huchtinger Flutbrücke, die Ochtumbrücke und die Brücke über den Hakenburger See, wo sie in die N.O.-Richtung abbiegt. Diese Brücken mit je 90 m lichter Durchflußweite sollen dem Weserwasser bei etwaigen Überflutungen den Durchlaß gestatten. Zwischen den Brücken senkt sich die Bahn auf + 5,00, um hier bei Überflutungen Überlaufstrecken zu bilden. Bei km 40,55 zweigt ein Anschlußgleis ab. Vor Bahnhof Bremen Neustadt überschreitet die Bahn die Wartrumer Chaussee und die Woltmershauser Straße mittels eiserner Überbrückungen und steigt auf + 8,40. Sie läßt den Güterbahnhof Bremen Neustadt südlich und endigt als oldenburgische Bahn, auf + 8,40 bleibend, bei km 41,64 vo dem Bahnhof Bremen Neustadt (km 42,00). Sie geht dann teils als bremische, teils als preußische Bahn weiter über die Weser nach dem der preußischen Staatsbahn gehörigen Bahnhof Bremen-Hauptbahnhof, km 44,80.

Reiherholz und Hoykenkamp sind Blockstellen. Reiherholz ist zugleich Holzverladestelle. Der Güterbahnhof Delmenhorst hat keinen öffentlichen Verkehr. Heidkrug dient nur dem Personenverkehr, Schierbrook auch dem Stückgutverkehr, Neuenwege ist für den Personen- und Wagenladungsverkehr eingerichtet, während die übrigen Stationen mit den Gebäuden, Gleisen und sonstigen Einrichtungen für den Personen- und Güterverkehr, sowie mit Kreuzungsgleisen versehen sind. Oldenburg, Hude, Delmenhorst und Bremen Neustadt sind mit Lokomotivschuppen, Lokomotivdrehscheibe und Wasserstation ausgerüstet. Auf sämtlichen Stationen ist die Bahnsteigsperre eingeführt. Bahnsteigüberdachungen sind in Oldenburg, Hude, Delmenhorst, Huchting und Bremen-Neustadt vorhanden. Die Strecke ist mit durchgehender Streckenblockung ausgerüstet. Oldenburg, Hude, Grüppenbühren und Delmenhorst sind Sitze von Bahnmeistereien. In Oldenburg befindet sich die Hauptwerkstätte und der Sitz der Eisenbahndirektion.

An größeren Überbrückungen von Wasserläufen sind vorhanden:

  1. km 0,90, Eiserne Drehbrücke über die Hunte mit zwei Öffnungen von je 28,75 m Stützweite
  2. km 1,92, Gewölbte Brücke über den alten Kanal von 3,60 m Weite
  3. km 3,30, Eiserne Brücke über den neuen Kanal von 10,65 m Stützweite
  4. km 15,96, Gewölbte Brücke über die Berne von 6,00 m Weite
  5. km 29,73, Eisenbetonbrücke über die Welse von 6,00 m Weite
  6. km 31,05, Gewölbte Brücke über die Delme von 12,70 m Weite
  7. km 32,77 Gewölbte Brücke über den Hoyers Graben von 5,00 m Weite
  8. km 34,19, Eiserne Brücke über die Heidkruger Bäke 10,04 m Stützweite
  9. km 34,83, Gewölbte Brücke über den Iprumper Graben von 6,10 m Weite
  10. km 35,83, Eiserne Brücke über den Fleetgraben, 3 Öffnungen von je 11,85 m Stützweite
  11. km 36,06, Eiserne Brücke über die Varreler Bäke von 10,60 m Stützweite
  12. km 37,75, Gewölbte Brücke über das Hunchtinger Fleeth von 3,00 m Weite
  13. km 38,74, Huchtinger Flutbrücke, 3 Öffnungen mit eisernen Überbauten von je 31,275 m Stützweite
  14. km 39,86, Eiserne Brücke über die Ochtum, 3 Öffnungen mit eisernen Überbauten von je 31,275 m Stützweite
  15. km 40,66, Eiserne Brücke über den Hakenburger See, 1 Öffnung von 31,275 m Stützweite, 1 Öffnung von 63,30 m Stützweite

An Unter- und Überführungen sind vorhanden:

  1. km Bahnsteigtunnel für Personen auf Bahnhof Oldenburg von 6,10 m Weite
  2. km desgl. für Gepäck von 4,00 m Weite
  3. km desgl. für Post von 3,50 m Weite
  4. km 8,37, Fußwegüberführung bei Bahnhof Wüsting 
  5. km 13,78, Fußwegüberführung in Eisenbeton im Reiherholz 
  6. km 15,58, Unterführung des Hurreler und Vielstedter Kirchwegs mit eisernem Überbau von 7,40 m Stützweite
  7. km 16,12, Gewölbte Wegunterführung von 4,50 m Weite
  8. km 16,73, Fußwegüberführung auf Bahnhof Hude 
  9. km 21,73, Überführung in Eisenbeton der Gemeindechaussee auf Bahnhof Grüppenbühren 
  10. km 25,42, Fußwegunterführung auf Bahnhof Schierbrok von 2,00 m Weite
  11. km 27,12, Privat-Feldbahnunterführung von 2,00 m Weite
  12. km 30,34, Fußwegunterführung in Delmenhorst von 2,50 m Weite
  13. km 30,51, Fußwegunterführung in Delmenhorst von 2,50 m Weite
  14. km 30,72, Bahnsteigtunnel in Delmenhorst von 4,00 m Weite
  15. km 31,54, Fußwegunterführung von 14,00 m Weite
  16. km 31,77, Straßenunterführung von 10,00 m Weite
  17. km 31,86, Unterführung der Lemwerder Bahn mit eisernem Überbau von 8,32 m Weite, 12,45 m Weite / 17,82 m Weite
  18. km 32,05, Unterführung des Anschlußgleises der Wollkämmerei von 5,00 m Weite
  19. km 32,19, Straßenunterführung von 10,00 m Weite
  20. km 40,42, Gewölbte Privat-Feldbahnunterführung von 2,00 m Weite
  21. km 40,77, Unterführung der Warturmer Chaussee mit eisernem Überbau von 22,86 m Stützweite
  22. km 41,62 Unterführung der Woltmershauser Straße mit eisernem Überbau von 19,80 m Stützweite

Wichtigere Straßen- und Chausseeübergänge in Schienenhöhe befinden sich in km 1,24, 30,34, 30,91, 38,2.
Das größte Neigungsverhältnis beträgt 1:154, der kleinste Krümmungshalbmesser 700m. Die Oberbauanordnung der Hauptgleise besteht aus den Formen De 1915, DhBr, Dh, 6b und 6e. Außerdem sind im Gleise Oldenburg-Bremen auf freier Strecke folgende Oberbauanordnungen versuchsweise verlegt worden:

  • km 1,905 bis km 3,075 Wechselstegverblattoberbau
  • km 3,075 bis km 3,594 Oberbau Dh mit Stoßfanglaschen
  • km 11,405 bis km 12,005 Flachkopf-Rippenschienen-Oberbau
  • km 12,005 bis km 13,010 desgl. mit Ankerplatten und Doppelschwellen an den Stößen
  • km 13,010 bis km 13,520 Oberbau Dh mit lückenlosen Stößen und Einsatzlaschen
  • km 13,520 bis km 13,675 Schienen D, Laschen De, hölzerne Schwellen, am Stoß Breitschwellen
  • km 13,702 bis km 14,002 Oberbau mit Schienen D nach französischem Muster
  • km 14,002 bis km 14,062 Oberbau mit Schienen D auf offenen eisernen Unterlagsplatten

In den Nebengleisen befindet sich fast durchweg Form 6. Die Gleisbettung besteht auf der freien Strecke und in den durchgehenden Bahnhofsgleisen (jedoch ausschl. des bremischen Teils vom Bahnhof Bremen Neustadt) aus Steinschlag, im übrigen aus Sand.


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Bahnstrecke Oldenburg - Bremen

1867: Oldenburg – Bremen

Die erste Strecke der G.O.E.

Rot markiert die Bahnlinie von Oldenburg nach Bremen
Rot markiert die Bahnlinie von Oldenburg nach Bremen

Die Strecke war ein gemeinsames Projekt der Staaten Oldenburg und Preußen und wurde gemeinsam mit der Strecke Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven am 14. Juli 1867 offiziell eröffnet, der planmäßige Betrieb begann hier am Folgetag, nach Wilhelmshaven erst im September. Zwei Jahre später folgte die Verbindung von Oldenburg nach Leer (Ostfriesland) an der Emslandstrecke (Münster–Leer–Emden), 1875 die nach Nordenham. Seitdem schließt diese Strecke alle Seehäfen zwischen Weser und Ems nach (Süd-) Osten, insbesondere nach Bremen, Hamburg und Hannover an. Sie gilt von Anfang an als eine wichtige Verbindung im norddeutschen Schienennetz.


Streckenbeschreibung 1915


Stationen der Hauptbahn Oldenburg – Bremen

StationkmAnschluss
Oldenburg0Wilhelmshaven
Leer
Osnabrück
Brake
2,28Verbindungsbahn Verschiebebahnhof Oldenburg
Neuenwege4,20
Wüsting8,20
Blockstelle Reiherholz (Holzverladestelle)13,69
Hude16,69Nordenham
Grüppenbühren (Bookholzberg)21,92
Schierbrok25,40
Delmenhorst30,70Hesepe
Harpstedt (Kleinbahn)
Heidkrug34,08
Huchting37,94Thedinghausen (Kleinbahn)
Bremen Neustadt42,00
Bremen

Bilder von Stationen der Strecke

Im Folgenden werden einige, im Wesentlichen historische, Ansichten von Bahnhöfen und sonstigen Bauten an der Bahnlinie gezeigt.

Da in meiner Sammlung nach wie vor Lücken bestehen, kann nicht jeder Bahnhof gezeigt werden.


Oldenburg

Bilder finden Sie auf den Bahnhofsseiten:

Neuenwege

Der Haltepunkt Neuenwege auf einem privaten BFoto aus den 1930er bis 1950er Jahren
Der Haltepunkt Neuenwege auf einem privaten BFoto aus den 1930er bis 1950er Jahren

Wüsting

Ansichten vom Bahnhof Wüsting aus den 1920er Jahren.
Ansichten vom Bahnhof Wüsting aus den 1920er Jahren.

Hude

Ansicht des Bahnhofs Hude um 1910.
Von Hude zweite ab 1873 die Bahnstrecke nach Nordenham ab.
Ansicht des Bahnhofs Hude um 1910. Von Hude zweite ab 1873 die Bahnstrecke nach Nordenham ab.

Weitere Bilder finden Sie auf der Bahnhofs-Seite

Grüppenbühren (Bookholzberg)

Der Bahnhof Grüppenbühren auf einer Ansicht um 1910.
1937 wurde der Bahnhof in Bookholzberg umbenannt.
Der Bahnhof Grüppenbühren auf einer Ansicht um 1910. 1937 wurde der Bahnhof in Bookholzberg umbenannt.

Schierbrok

Der Haltepunkt Schierbrok auf einer Ansichtskarte um 1900.
Schierbrok war Haltepunkt, hatte aber trotzdem ein kleines Empfangsgebäude.
Der Haltepunkt Schierbrok auf einer Ansichtskarte um 1900. Schierbrok war Haltepunkt, hatte aber trotzdem ein kleines Empfangsgebäude.

Delmenhorst

Ansicht auf den Bahnhof und einen Teil des Betriebswerkes in Delmenhorst um 1910.
Delmenhorst war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, hier zweigten die Strecken nach Hesepe ab, die (nicht von der G.O.E. betriebene) Bahn nach Harpstedt und ab 1922 die Linie nach Lemwerder.
Ansicht auf den Bahnhof und einen Teil des Betriebswerkes in Delmenhorst um 1910. Delmenhorst war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, hier zweigten die Strecken nach Hesepe ab, die (nicht von der G.O.E. betriebene) Bahn nach Harpstedt und ab 1922 die Linie nach Lemwerder.

Weitere Bilder finden Sie auf der Bahnhofs-Seite

Heidkrug

Bahnhof Heidkrug um 1910.
Bahnhof Heidkrug um 1910.

Huchting

Der Bahnhof Huchting auf einer Ansicht um 1900.
Der Bahnhof gehörte bereits zu Bremen, wurde aber von der G.O.E. gebaut und betrieben.
Der Bahnhof Huchting auf einer Ansicht um 1900. Der Bahnhof gehörte bereits zu Bremen, wurde aber von der G.O.E. gebaut und betrieben.

Bremen-Neustadt

Der Bahnhof in Bremen-Neustadt auf einer Ansicht aus den 1920er Jahren. 
Die Karte stammt aus der Sammlung Thomas Feldmann.
Der Bahnhof in Bremen-Neustadt auf einer Ansicht aus den 1920er Jahren. Die Karte stammt aus der Sammlung Thomas Feldmann.

Bremen

Der Bahnhof Bremen um 1890.
Der Bahnhof Bremen um 1890.

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Ein Personenzug nach Oldenburg, bespannt mit einer P 4.1 (erkennbar am fehlenden Dampfdom), wartet am Bahnsteig.

Apen

Ein Personenzug nach Oldenburg, bespannt mit einer P 4.1 (erkennbar am fehlenden Dampfdom), wartet am Bahnsteig.
Ein Personenzug nach Oldenburg, bespannt mit einer P 4.1 (erkennbar am fehlenden Dampfdom), wartet am Bahnsteig.

Apen erhielt 1868 mit Eröffnung der Westbahn nach Leer einen Bahnanschluss. Die Bedeutung von Apen blieb aber immer hinter Augustfehn zurück, wo sich in der Anfangszeit der G.O.E. die großen Torfschuppen befanden, in denen der Torf für die Feuerung der Lokomotiven lagerte. Trotzdem waren die Apener froh über ihren Bahnanschluss, befand sich doch direkt am Bahnhof auch der kleine Hafen. Sowohl der Hafen als auch der Bahnhof sind schon lange Geschichte und nur noch wenig erinnert an die damalige Situation.


Weitere Bilder des Bahnhofes

Im Folgenden werden einige weitere Ansichten des Bahnhofes gezeigt, im Wesentlichen sind es alte Ansichtskarten, aber auch – sofern vorhanden – Pläne und Fotos.

Die 1909 gelaufene Karte zeigt das Bahnhofsgebäude. Schön zu erkennen ist, dass der mittlere Teil verputzt war, im Gegensatz zu den meisten anderen Bahnhöfen dieser Bauart.
Die 1909 gelaufene Karte zeigt das Bahnhofsgebäude. Schön zu erkennen ist, dass der mittlere Teil verputzt war, im Gegensatz zu den meisten anderen Bahnhöfen dieser Bauart.
Diese 1900 gelaufene Ansichtskarte zeigt unter anderem den Bahnhof.
Diese 1900 gelaufene Ansichtskarte zeigt unter anderem den Bahnhof.
Vergrößerung des Bildes vom Bahnhof.
Vergrößerung des Bildes vom Bahnhof.
Im Hafen tummeln sich einige Schiffe, der Weg auf die Schiene war nicht weit.
Im Hafen tummeln sich einige Schiffe, der Weg auf die Schiene war nicht weit.
1938 hat sich einiges verändert, der Bahnhof hat einige Umbauten erfahren, vom einst geschäftigen Treiben im Hafen ist schon nichts mehr zu sehen.
1938 hat sich einiges verändert, der Bahnhof hat einige Umbauten erfahren, vom einst geschäftigen Treiben im Hafen ist schon nichts mehr zu sehen.
Anfang der 1960er Jahre haben sich keine größeren Veränderungen mehr ergeben. 1983 hielt dann der letzte Zug in Apen, später wurde das Gebäude abgerissen.
Anfang der 1960er Jahre haben sich keine größeren Veränderungen mehr ergeben. 1983 hielt dann der letzte Zug in Apen, später wurde das Gebäude abgerissen.
Das kleine Bild vom Bahnhof noch einmal etwas vergrößert.
Das kleine Bild vom Bahnhof noch einmal etwas vergrößert.
Der hier abgebildete Fahrplan aus dem Jahre 1888 zeigt die Züge auf der Westbahn.
Der hier abgebildete Fahrplan aus dem Jahre 1888 zeigt die Züge auf der Westbahn.

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Auch der Fürstenbau hat einen Turm – im gleichen Stil gehalten wie derjenige des eigentlichen Bahnhofs. Neben dem Fürstenbau der Aufgang zum Ausflugsbahnsteig.

Oldenburg – Fürstenbau am Hauptbahnhof

Auch der Fürstenbau hat einen Turm – im gleichen Stil gehalten wie derjenige des eigentlichen Bahnhofs. Neben dem Fürstenbau der Aufgang zum Ausflugsbahnsteig.
Auch der Fürstenbau hat einen Turm – im gleichen Stil gehalten wie derjenige des eigentlichen Bahnhofs. Neben dem Fürstenbau der Aufgang zum Ausflugsbahnsteig.

Ob der Großherzog seine Salonwagen in der Anfangszeit der G.O.E. an dem umgebauten Güterschuppen bestieg oder an anderer Stelle ist meines Wissens nicht überliefert. Im ersten Gebäude, dem Centralbahnhof, gab es hingegen schon spezielle Aufenthaltsräume für ihn und seine Gäste. Diese waren im linken Flügel untergebracht.

Nicht bekannt ist, ob es auch im provisorischen Bahnhof während des Neubaus spezielle Räume gab, ich gehe aber davon aus, dass aufgrund der nur begrenzen Nutzungsdauer und des eingeschränkten Platzes darauf verzichtet wurde.

Bei der Planung des neuen Bahnhofsgebäudes sah der Architekt Friedrich Mettegang hingegen ein eigenes Gebäude für den Großherzog vor. Dieser wurde zwischen dem eigentlichen Bahnhof und dem Bahnpostgebäude als Teil des gesamten Bahnhofs-Ensembles vorgesehen.
Auch heute noch ist das Gebäude als Teil des Restaurants Klinkerburg in Nutzung und kann für Veranstaltungen gebucht werden. Vieles vom Prunk der alten Zeit ist noch heute vorhanden.


Weitere Bilder des Bahnhofes

Im Folgenden werden einige weitere Ansichten des Bahnhofes gezeigt, im Wesentlichen sind es alte Ansichtskarten, aber auch – sofern vorhanden – Pläne und Fotos.

Blick auf den Fürstenbau und das Bahnpostgebäude Anfang der 1920er Jahre. Im Hintergrund ist die alte Elisabethbrücke zu erkennen.
Blick auf den Fürstenbau und das Bahnpostgebäude Anfang der 1920er Jahre. Im Hintergrund ist die alte Elisabethbrücke zu erkennen.
Auf der Ansicht des Modells des neuen Hauptbahnhofes ist erkennbar, dass die Ausführung des Fürstenbaus ursprünglich etwas anders geplant war, insbesondere am Vordach und beim Turm.
Auf der Ansicht des Modells des neuen Hauptbahnhofes ist erkennbar, dass die Ausführung des Fürstenbaus ursprünglich etwas anders geplant war, insbesondere am Vordach und beim Turm.
Ein Blick in den Salon des Großherzogs. Die Ansicht stammt aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. von 1917.
Ein Blick in den Salon des Großherzogs. Die Ansicht stammt aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. von 1917.

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1916 ist die folgende, recht bekannte Ansichtskarte gelaufen.

Oldenburg – Hauptbahnhof

1916 ist die folgende, recht bekannte Ansichtskarte gelaufen.
1916 ist die folgende, recht bekannte Ansichtskarte gelaufen.

Nachdem 1911 der Provisorische Bahnhof in Betrieb genommen wurde konnte der alte Centralbahnhof abgerissen werden. An dessen Stelle wurde dann in den Jahren 1912 bis 1914 der neue Bahnhof gebaut. Während der Zeit wurde der Betrieb vollständig aufrecht erhalten. Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges konnte der Bahnhof dann erst 1915 eingeweiht werden, ursprünglich geplant war Ende 1914.

Das eigentliche Empfangsgebäude bildete dabei mit dem Fürstenbau und dem Gebäude der Bahnpost eine bauliche Einheit. Der Architekt Friedrich Mettegang hat das Gebäude nach Vorbildern der typischen Bauernhäuser, dies wurde durch die Verwendung des einheimischen Bockhorner Klinkers noch unterstützt. Auch der Bahnhofsplatz konnte in die Gesamtgestaltung mit einbezogen werden, da dieser ebenfalls im Besitz der G.O.E. war.

Die Bahnsteige sind durch einen Tunnel für die Reisenden zugänglich, zusätzlich wurden noch zwei Gepäcktunnel zu den Gepäck-Bahnsteigen zwischen den Gleisen angelegt. Über den Bahnsteigen spannen sich drei Hallen aus Stahl, die durch die großflächige Verglasung eine gute Beleuchtung sicherstellen. Der Dampf der Lokomotiven konnte durch die Öffnungen gut abziehen.

Das Bahnhofsgebäude und insbesondere der Vorplatz haben sich in den letzten gut 100 Jahren zum Teil deutlich verändert. Das alte Bahnpostgebäude wurde durch einen schmucklosen Betonklotz ersetzt, der Vorplatz hat sein Aussehen immer wieder verändert, ob die Gleishallen bestehen bleiben ist nach wie vor unklar. Mittlerweile werden die Hallen nach langem Hin und Her doch renoviert und erhalten. Ob der vorgesehene grüne Anstrich des Stahls aber historisch korrekt ist, lässt sich nicht eindeutig klären. Aus meiner Sicht ist ein schwarzer Anstrich wahrscheinlicher.


Weitere Bilder des Bahnhofes

Im Folgenden werden einige weitere Ansichten des Bahnhofes gezeigt, im Wesentlichen sind es alte Ansichtskarten, aber auch – sofern vorhanden – Pläne und Fotos.

Architekturmodell des Bahnhofs aus der Planungszeit. Das Modell ist meines Wissens nicht erhalten, einzig einige Ansichtskarten gibt es davon. Diese ist herausgegeben vom Verlag des Vereins Oldenburgischer Eisenbahner.
Architekturmodell des Bahnhofs aus der Planungszeit. Das Modell ist meines Wissens nicht erhalten, einzig einige Ansichtskarten gibt es davon. Diese ist herausgegeben vom Verlag des Vereins Oldenburgischer Eisenbahner.
Aufriss und Schnitt durch den Hauptbahnhof. Aus dem "Zentralblatt der Bauverwaltung" von 1916.
Aufriss und Schnitt durch den Hauptbahnhof. Aus dem „Zentralblatt der Bauverwaltung“ von 1916.
Grundriss des neuen Bahnhofsgebäudes. Aus dem "Zentralblatt der Bauverwaltung", Heft 13 und 15 von 1916.
Grundriss des neuen Bahnhofsgebäudes. Aus dem „Zentralblatt der Bauverwaltung“, Heft 13 und 15 von 1916.
Lageplan mit Bahnhofsplatz und Bahnsteigen aus dem "Zentralblatt der Bauverwaltung" von 1916.
Lageplan mit Bahnhofsplatz und Bahnsteigen aus dem „Zentralblatt der Bauverwaltung“ von 1916.
Noch während des ersten Weltkrieges wurden gerne Luftschiffe in Ansichtskarten mit eingebaut. Dass diese Karten aber auch noch Jahre nach dem Krieg versendet wurden, zeigt diese erst 1925 verschickte.
Noch während des ersten Weltkrieges wurden gerne Luftschiffe in Ansichtskarten mit eingebaut. Dass diese Karten aber auch noch Jahre nach dem Krieg versendet wurden, zeigt diese erst 1925 verschickte.
Der Bahnhofsvorplatz musste in den letzten 100 Jahren so mache Veränderung mitmachen. 1916 zierten den Vorplatz Wiesen, Beete und Bäume.
Der Bahnhofsvorplatz musste in den letzten 100 Jahren so mache Veränderung mitmachen. 1916 zierten den Vorplatz Wiesen, Beete und Bäume.
Vermutlich in den 40er Jahren steht ein O-Bus an dem schönen Pavillon vor dem Bahnhof.
Vermutlich in den 40er Jahren steht ein O-Bus an dem schönen Pavillon vor dem Bahnhof.
Die 1953 datierte Karte zeigt etwas mehr vom Bahnhofsplatz, aber auch die Lücken, die der Bombenangriff 1944 in die Bebauung gerissen hat. Der Bahnhof selbst hat diesen Angriff verhältnismäßig glimpflich überstanden.
Die 1953 datierte Karte zeigt etwas mehr vom Bahnhofsplatz, aber auch die Lücken, die der Bombenangriff 1944 in die Bebauung gerissen hat. Der Bahnhof selbst hat diesen Angriff verhältnismäßig glimpflich überstanden.
1963 sind die O-Busse auch schon wieder Geschichte, die Beete auf dem Bahnhofsplatz mussten Parkplätzen weichen.
1963 sind die O-Busse auch schon wieder Geschichte, die Beete auf dem Bahnhofsplatz mussten Parkplätzen weichen.
Eine weitere Ansicht des Platzes, aufgenommen etwa Mitte der 60er Jahre.
Eine weitere Ansicht des Platzes, aufgenommen etwa Mitte der 60er Jahre.
Erst 1925 gelaufen ist die Karte mit einem Blick aus der Schalterhalle in Richtung Wartesäle.
Erst 1925 gelaufen ist die Karte mit einem Blick aus der Schalterhalle in Richtung Wartesäle.
Die 1916 gelaufene Karte zeigt die Empfangshalle. Rechts geht es hinter der Bahnsteigsperre durch den Tunnel zu den Gleisen, links ist noch der Eingang zum Wartesaal III. und IV. Klasse zu sehen.
Die 1916 gelaufene Karte zeigt die Empfangshalle. Rechts geht es hinter der Bahnsteigsperre durch den Tunnel zu den Gleisen, links ist noch der Eingang zum Wartesaal III. und IV. Klasse zu sehen.
Ein Blick auf die Fahrkartenschalter, die Karte ist 1916 gelaufen.
Ein Blick auf die Fahrkartenschalter, die Karte ist 1916 gelaufen.
Auch der 1915 eröffnete Hauptbahnhof hatte nach Klassen getrennte Wartesäle. Der mit prächtigen Jugendstil-Ornamenten geschmückte Wartesaal erster und zweiter Klasse beherbergt heute das Reisezentrum. Die Ansichtskarte ist im Eröffnungsjahr gelaufen.
Auch der 1915 eröffnete Hauptbahnhof hatte nach Klassen getrennte Wartesäle. Der mit prächtigen Jugendstil-Ornamenten geschmückte Wartesaal erster und zweiter Klasse beherbergt heute das Reisezentrum. Die Ansichtskarte ist im Eröffnungsjahr gelaufen.
Der Wartesaal in die andere Richtung aufgenommen, die Karte ist 1917 gelaufen.
Der Wartesaal in die andere Richtung aufgenommen, die Karte ist 1917 gelaufen.
Der Wartesaal der dritten und vierten Klasse ist schon deutlich einfacher gehalten. Beachtenswert die Karte des Herzogtums mit den Eisenbahnlinien. Die Karte ist 1917 gelaufen.
Der Wartesaal der dritten und vierten Klasse ist schon deutlich einfacher gehalten. Beachtenswert die Karte des Herzogtums mit den Eisenbahnlinien. Die Karte ist 1917 gelaufen.
Diese 1915 gelaufene Karte zeigt etwas mehr Details. Ein Bier kostete damals 15 Pfennig...
Diese 1915 gelaufene Karte zeigt etwas mehr Details. Ein Bier kostete damals 15 Pfennig…
Die 1932 verschickte Karte zeigt den Bahnhof und die Gleishallen. Der Uhrturm des Bahnhofes erscheint seltsam gedrungen und verzerrt. Die Nummer der auf Gleis 5 stehenden P 8 lässt sich beim besten Willen nicht erkennen.
Die 1932 verschickte Karte zeigt den Bahnhof und die Gleishallen. Der Uhrturm des Bahnhofes erscheint seltsam gedrungen und verzerrt. Die Nummer der auf Gleis 5 stehenden P 8 lässt sich beim besten Willen nicht erkennen.
Aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. von 1917 stammt diese Ansicht auf die Bahnsteige.
Aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. von 1917 stammt diese Ansicht auf die Bahnsteige.
Eine ganz ähnliche Ansicht etwa 50 Jahre später – viel verändert hat sich noch nicht.
Eine ganz ähnliche Ansicht etwa 50 Jahre später – viel verändert hat sich noch nicht.
Ebenfalls aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. stammt die folgende Ansicht der Signalbrücke zwischen Pferdemarkt und Bahnhof.
Ebenfalls aus der Denkschrift zum 50 jährigen Bestehen der G.O.E. stammt die folgende Ansicht der Signalbrücke zwischen Pferdemarkt und Bahnhof.
Noch eine kuriose Karte. Die Perspektiven passen so gar nicht. Vielleicht war der Zeichner (signiert: Bökmann 1915) vom Kubismus inspiriert…
Noch eine kuriose Karte. Die Perspektiven passen so gar nicht. Vielleicht war der Zeichner (signiert: Bökmann 1915) vom Kubismus inspiriert…

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Eine der sehr seltenen Bilder des Bahnhofs. Die Ansichtskarte ist 1913 gelaufen und zeigt, dass das Gebäude doch reichlich klein ausgefallen war.

Oldenburg – provisorischer Bahnhof

Eine der sehr seltenen Bilder des Bahnhofs. Die Ansichtskarte ist 1913 gelaufen und zeigt, dass das Gebäude doch reichlich klein ausgefallen war.
Eine der sehr seltenen Bilder des Bahnhofs. Die Ansichtskarte ist 1913 gelaufen und zeigt, dass das Gebäude doch reichlich klein ausgefallen war.

Die Anlagen des alten Bahnhofs genügten nach der Jahrhundertwende nicht mehr den gestiegenen Anforderungen des Bahnbetriebes, weshalb ein umfangreicher Umbau der Anlagen in Oldenburg geplant wurde.

Die seinerzeit nördlich des Bahnhofs befindlichen Rangiergleise für den Güterverkehr wurden als Erstes verlegt. Hierfür wurde in den Jahren 1907 bis 1911 der Verschiebebahnhof Krusenbusch vor den Toren der Stadt gebaut. Nachdem dieser in Betrieb genommen wurde, konnte mit der eigentlichen Umgestaltung des Bahnhofes begonnen werden.

Damit der Betrieb aufrechterhalten werden konnte, wurde ein Behelfs-Bahnhof gebaut, über den der Verkehr in der Zeit von Dezember 1911 bis August 1915 abgewickelt wurde. Der Bahnhof besaß sechs Bahnsteigkanten und an jedem Ende der Bahnsteige hölzerne Treppen zum schienenfreien Zugang zu selbigen. Die Treppen und Übergänge waren überdacht.

Obwohl der Übergangsbahnhof nur sehr begrenzte Kapazitäten hatte, konnten die Anforderungen erfüllt werden, welche insbesondere bei der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg große Anstrengungen notwendig machte. Auch in der Zeit nach Kriegsausbruch konnte über diesen Bahnhof insbesondere der Verkehr nach Wilhelmshaven weitestgehend störungsfrei bedient werden.

Mit Inbetriebnahme des neuen Bahnhofgebäudes am 2. August 1915 konnte der Übergangsbahnhof dann entfernt werden.


Weitere Bilder des Bahnhofes

Im Folgenden werden einige weitere Ansichten des Bahnhofes gezeigt, im Wesentlichen sind es alte Ansichtskarten, aber auch – sofern vorhanden – Pläne und Fotos.

Bereits 1912 angefertigt wurde das folgende Bild. Vor dem Eingang zum Bahnhof haben dich Gepäckträger versammelt, dazu ein „uniformierter“ G.O.E.-Beamter und einige Angestellte von Hotels. Mindestens erkennbar einer vom Bahnhofshotel (der Herr mit der Tasche), bei anderen lässt sich der Schriftzug „… Hotel“ auf der Mütze erahnen. Der Anlass ist unbekannt.
Bereits 1912 angefertigt wurde das folgende Bild. Vor dem Eingang zum Bahnhof haben dich Gepäckträger versammelt, dazu ein „uniformierter“ G.O.E.-Beamter und einige Angestellte von Hotels. Mindestens erkennbar einer vom Bahnhofshotel (der Herr mit der Tasche), bei anderen lässt sich der Schriftzug „… Hotel“ auf der Mütze erahnen. Der Anlass ist unbekannt.

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