Ein Ausschnitt aus den Zeichnungen des Bahnhofs im Anhang
Bei dem vorliegenden Scan handelt es sich um einen Sonderabdruck aus der Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hannover, Band XXIX, Jahrgang 1883, Heft 6.
Auf 8 Seiten wird die Entstehung und der Aufbau der Bahnhofsanlagen und des Gebäudes beschrieben. Autor ist der damalige Direktor Buresch. Auf zwei weiteren Blättern sind Übersichtspläne der Bahnanlagen und Zeichnungen vom Bahnhofsgebäude und der Halle enthalten.
Die Originale haben schon weit über 100 Jahre überstanden, allerdings nicht unbeschadet. Dies sieht man auf den Scans deutlich.
Lokomotivzug der Hanomag auf dem Werksgelände, in der Mitte zwei oldenburgische Tenderlokomotiven.
Nur wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die Lokomotiven auf diesem Bild eines Lokzugs von der Hanomag ausgeliefert. Zu sehen sind hinten zwei für die Rumänische Staatsbahn gebaute Güterzuglokomotiven, ganz vorne eine Werklok 15 der Hanomag, dahinter eine Lok für die Kleinbahn Ankum – Bersenbrück. Letztere kam dann ja auch mit der G.O.E. in Berührung, spätestens auf dem Bahnhof Bersenbrück, wo ja auch die G.O.E. Südbahn entlang lief.
In der Mitte dann die beiden oldenburgischen 1-B-1-n2, hierfür kommen die folgenden drei lokomotibven in Frage:
Nr. 256 „HEPPENS“, Fabriknummer 7315
Nr. 257 „BANT“, Fabriknummer 7316
Nr. 258 „Neuende“, Fabriknummer 7317
Alle drei Lokomotiven wurden später noch bei der Reichsbahn umgenummert (71 413 bis 71415) und dann 1930 ausgemustert.
Um welche der Lokomotiven es sich bei den abgebildeten handelt, lässt sich leider nicht eindeutig ermitteln. Bei der vorderen handelt es sich wohl um die Nr. 257 „BANT), die hintere könnte (aufgrund des am Kessesl angebrachten Namensschildes) um die Nr. 256 „HEPPENS“ handeln, sicher bin ich mir da aber nicht und auch eine starke Vergrößerung bringt hier leider keine Aufklärung.
Die drei Lokomotiven haben zusammen 149.241 Mark gekostet, also knapp 50.000 Mark pro Stück. Nach heutiger Kaufkraft wären das etwa 400.000 Euro.
Weitere Bilder und Ergänzungen zum Lokzug
T 5.1 Nr. 218 „CLOPPENBURG“ gebaut 1911 bei Hanomag.
Die ehemalige T 5.1 226 „RÜSTRINGEN“ als Reichbahn 71 409 mit einigen Bediensteten am BW Oldenburg.
Zu der Lokomotiven 1B1-Tl gibt es noch weitere Informationen auf den folgenden Seiten bei mir:
Nur wenige Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die Lokomotiven auf diesem Bild eines Lokzugs von der Hanomag ausgeliefert. Zu sehen sind hinten zwei für die Rumänische Staatsbahn […]
Hier vorliegend ist ein relativ dünnes Druckwerk mit Zeichnungen des Betriebs-Materials, also aller vorhandenen Lokomotiven inklusive Tender und der Waggons der G.O.E. zum 1. Januar 1881. Ebenfalls enthalten sind die Hersteller der einzelnen Serien mit den entsprechenden Betriebsnummern.
Bahnhof Hemmelte auf einer Ansicht um 1910 herum, die Bahnsteigsperre ist bereits eingeführt. Auf diesem Bahnhof war mein Großvater ab Mitte der 1920er Jahre angestellt.
Der Bahnhof Hemmelte wurde 1875 an der Oldenburger Südbahn eröffnet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem lokalen Infrastrukturpunkt. Zu Beginn bestand er aus einem Bahnhofsgebäude, einem Güterschuppen, einer Laderampe sowie Gleisanlagen mit vier Weichen. Bereits 1880 wurde das Obergeschoss des Güterschuppens zu einer Wohnung für den Weichenwärter umgebaut, 1897 kam ein erstes Signalstellwerk hinzu.
In den frühen 1900er‑Jahren folgten weitere Ausbauten: 1910 wurden die Gleisanlagen erweitert, 1913 entstand ein Brunnen, und 1914 richtete man eine Viehwaage samt Buchten ein.
Während des Zweiten Weltkriegs kam es zu mehreren Luftangriffen auf Bahnlinie und Bahnhof, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Einer davon war mein Vater, der zwar Schutz suchen konnte, aber trotzdem mehrere Geschoßsplitter in Rücken davon trug. Zum Glück haben diese ihn nicht weiter behindert.
Nach dem Krieg verlor der Bahnhof zunehmend an Bedeutung. 1962 wurde die Abfertigungsbefugnis aufgehoben, und ab den 1960er‑ und 1970er‑Jahren modernisierte man die Bahnübergänge schrittweise durch Blinklichtanlagen und Halbschranken.
In den 1980er‑Jahren nahm der Verkehr weiter ab. Am 28. November 1988 wurde der Bahnhof offiziell aufgelöst; Gleise und Signale wurden weitgehend zurückgebaut, sodass nur ein durchgehendes Gleis bestehen blieb.
Der Bahnhof Hemmelte ist heute zwar nicht mehr in Betrieb, bleibt jedoch ein bedeutender Teil der regionalen Eisenbahngeschichte und des lokalen kulturellen Erbes.
Mein Großvater bei der Arbeit
Mein Großvater war nach dem ersten Weltkrieg auf Bahnhof Hemmelte stationiert. Zunächst als Weichenwärter, später als Fahrdienstleiter. Ab 1932 wohnte er mitsamt Familie im Obergeschoß. Mein Vater (geboren 1927) ist dort aufgewachsen.
Die folgenden beiden Bilder zeigen meinen Großvater bei der Arbeit im Stellwerk.
Mein Großvater Bernhard Westerhoff am Block zum Einstellen der Fahrstraßen
Mein Großvater Bernhard Westerhoff am Morsetelegrafen
Der Schrankendienst in Hemmelte
Früher gab es in Hemmelte vier Bahnübergänge mit Schranken. Zwei davon wurden direkt vom Bahnhof aus bedient. Die anderen zwei wurden von einer Bahnwärterfamilie betreut, die in einem kleinen Haus an den Schranken wohnte.
Die Schranken waren damals nicht automatisch. Es waren einfache Tore, die von Hand einzeln geschlossen werden mussten. Wenn ein Zug kam, musste der Schrankenwärter schnell hinausgehen und die Tore schließen. Da der Mann selbst oft auf der Station oder bei den Gleisarbeitern arbeitete, kümmerten sich meistens die Frau oder die älteren Kinder um das Öffnen und Schließen der Schranken.
Damit die Schrankenwärter wussten, dass ein Zug kommt, gab es ein Glockensignal:
Einmal läuten: Zug kommt aus Oldenburg
Zweimal läuten: Zug kommt aus Osnabrück
Nachts waren zwei der Schranken offen, weil sie nicht immer bewacht werden konnten. In dieser Zeit machte die Lokomotive selbst ein gleichmäßiges Glockengeräusch, damit jeder wusste: Der Zug nähert sich.
Der Bahnwärter selbst arbeitete oft auf der Station oder bei den Gleisarbeitern. Deshalb kümmerten sich meistens die Frau oder die Kinder um das Öffnen und Schließen der Schranken.
Weitere Bilder des Bahnhofes
Im Folgenden werden einige weitere Ansichten des Bahnhofes gezeigt, im Wesentlichen sind es alte Ansichtskarten, aber auch – sofern vorhanden – Pläne und Fotos.
Bahnhof Hemmelte auf einer Ansicht um 1910 herum, die Bahnsteigsperre ist bereits eingeführt.Auf diesem Bahnhof war mein Großvater ab Mitte der 1920er Jahre angestellt.
Der Bahnhof Hemmelte etwa Ende der 1930er Jahre.
Ansicht aus einer Mehrbildkarte, vermutlich bereits in den 1950er Jahren.
Die ganze Karte zu dem Ausschnitt oben.
Zu der Strecke Oldenburg – Osnabrück gibt es noch weitere Informationen auf den folgenden Seiten bei mir:
Die oldenburgische Südbahn Die Oldenburger Südbahn wurde in den Jahren 1870 bis 1876 von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (GOE) gebaut. Die Eröffnung des ersten Teilstücks Oldenburg–Quakenbrück erfolgte am 15. […]
Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915 Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden. […]
Bahnhof Hemmelte auf einer Ansicht um 1910 herum, die Bahnsteigsperre ist bereits eingeführt. Auf diesem Bahnhof war mein Großvater ab Mitte der 1920er Jahre angestellt.
Mit dem Bahnhof Hemmelte hat vor vielen Jahren alles angefangen.
Genauer gesagt, mit einer Ortschronik über Hemmelte. Mein Onkel fragte, ob ich etwas über den Bahnhof (dort war mein Opa Bahnarbeiter und mein Vater und seine Geschwister sind auf dem Bahnhnof aufgewachsen) recherchieren könnte.
Also fing ich an. Ich bin zuerst bei der damals noch in Oldenburg ansässigen Bezirksverwaltung vorstellig geworden. Dort wurde leider berichtet, dass der Großteil der Akten wenige Jahre vorher entsorgt wurde. Nur ein kleiner Teil sei im Staatsarchiv, in der Landesbibliothek und im Stadtmuseum zu finden. Und dann habe ich viele Stunden im Stadtmuseum verbracht und Daten aus alten Jahresberichten herausgesucht.
Dies war der Beginn meines Interesses und und meiner Sammlung. Daraus entstand dann in den Folgejahren auch diese Webseite.
Weitere Bilder und Ergänzungen
Bahnhof Hemmelte auf einer Ansicht um 1910 herum, die Bahnsteigsperre ist bereits eingeführt.Auf diesem Bahnhof war mein Großvater ab Mitte der 1920er Jahre angestellt.
Zu der Strecke Oldenburg – Osnabrück gibt es noch weitere Informationen auf der folgenden Seite bei mir:
Der Bahnhof Hemmelte wurde 1875 an der Oldenburger Südbahn eröffnet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem lokalen Infrastrukturpunkt. Zu Beginn bestand er aus einem Bahnhofsgebäude, einem […]
1879 – Sonderfahrplan zur Landes-Thierschau zu Oldenburg
Anlässlich der Landestierschau in Oldenburg wurden vom 15. bis 17. August 1879 Sonderzüge von Bersenbrück nach Quakenbrück und durchgehende Züge bis nach Oldenburg eingesetzt. Über diese gibt der hier gezeigte Fahrplan Auskunft.
Ausschnittvergrößerung der Lokomotive. Interessant ist, dass in Oldenburg Lokomotiven dieser Bauart (1 B) überhaupt nicht vorhanden waren. Dies ist wohl eine vorhandene Vorlage der Druckerei gewesen.
Zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von Großherzog Nikolaus Friedrich Peter wurde die hier vorliegende Denkschrift verfasst. Die 340 Seiten umfassende Schrift beleuchtet unterschiedliche Aspegte aus der Vorgeschichte der Eisenbahn in Oldenburg, des Baues und der ersten gut 10 Jahre des Betriebes.
Ich selbst bin seit 25 Jahren im Besitz einer schlechten Kopie des Werkes, vor einigen Jahren gab es dann einen Druck des Buches.
In der Universitäts- und Landesbibliothek Münster gibt es dankenswerterweise einen sehr guten Scan des Dokumentes, auf den ich hier verweise.
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Mit diesem Frachtbrief wurden 1877 elf Kisten „Eisenbahnfahrbillets“, also Fahrkarten, nach Oldenburg versandt. Absender war ein Unternehmen in Mannheim, die Kisten wogen jeweis etwa 50 kg. Der Transport dauerte damals 5 Tage (aufgegeben in Mannheim am 17.02.1877, in Oldenburg entladen am 22.02.1877).
1874 – Wagenverzeichnis der GOE, das eigentliche Verzeichnis
Das hier vorliegende Verzeichnis gibt Auskunft über die etwa 1000 Güter- und Personenwagen der G.O.E. sowie die zwei Salonwagen des Großherzogs. Angegeben ist, welche Nummern gebremste Waggons sind sowie bei den Personenwagen, welche Art von Abteilen ggfs. vorhanden waren. Das Dokument ist eingelegt in ein Blatt, welches ein Anschreiben von Peter-Friedrich Ramsauer enthält, der seinerzeit Leiter der Oldenburgischen Eisenbahndirektion war, erst 1886 wurde er Direktor der G.O.E.
Ein sehr interessantes Dokument aus dem 5. Betriebsjahr der jungen G.O.E.
Hier vorliegend ist der Oldenburgische Landesschuldschein Nr. 20239 über 40 Thaler zur Finanzierung der Eisenbahn. Der Schuldschein hat eine Laufzeit von 60 Jahren, also bis 1930.