Rot markiert die Bahnlinie von Oldenburg nach Bremen
Die Strecke war ein gemeinsames Projekt der Staaten Oldenburg und Preußen und wurde gemeinsam mit der Strecke Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven am 14. Juli 1867 offiziell eröffnet, der planmäßige Betrieb begann hier am Folgetag, nach Wilhelmshaven erst im September. Zwei Jahre später folgte die Verbindung von Oldenburg nach Leer (Ostfriesland) an der Emslandstrecke (Münster–Leer–Emden), 1875 die nach Nordenham. Seitdem schließt diese Strecke alle Seehäfen zwischen Weser und Ems nach (Süd-) Osten, insbesondere nach Bremen, Hamburg und Hannover an. Sie gilt von Anfang an als eine wichtige Verbindung im norddeutschen Schienennetz.
Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen, 1915 Im Jahresbericht der oldenburgischen Eisenbahnen von 1915 befanden sich noch einmal alle Streckenbeschreibungen. Hier ist eine Abschrift dieser Beschreibung zu finden. […]
Stationen der Hauptbahn Oldenburg – Bremen
Station
km
Anschluss
Oldenburg
0
Wilhelmshaven Leer Osnabrück Brake
2,28
Verbindungsbahn Verschiebebahnhof Oldenburg
Neuenwege
4,20
Wüsting
8,20
Blockstelle Reiherholz (Holzverladestelle)
13,69
Hude
16,69
Nordenham
Grüppenbühren (Bookholzberg)
21,92
Schierbrok
25,40
Delmenhorst
30,70
Hesepe Harpstedt (Kleinbahn)
Heidkrug
34,08
Huchting
37,94
Thedinghausen (Kleinbahn)
Bremen Neustadt
42,00
Bremen
Bilder von Stationen der Strecke
Im Folgenden werden einige, im Wesentlichen historische, Ansichten von Bahnhöfen und sonstigen Bauten an der Bahnlinie gezeigt.
Da in meiner Sammlung nach wie vor Lücken bestehen, kann nicht jeder Bahnhof gezeigt werden.
Hude liegt an der am 14. Juli 1867 in Betrieb genommenen Strecke Oldenburg – Bremen. Schon am 12. August 1866 […]
Grüppenbühren (Bookholzberg)
Der Bahnhof Grüppenbühren auf einer Ansicht um 1910.
1937 wurde der Bahnhof in Bookholzberg umbenannt.
Schierbrok
Der Haltepunkt Schierbrok auf einer Ansichtskarte um 1900.
Schierbrok war Haltepunkt, hatte aber trotzdem ein kleines Empfangsgebäude.
Delmenhorst
Ansicht auf den Bahnhof und einen Teil des Betriebswerkes in Delmenhorst um 1910.
Delmenhorst war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, hier zweigten die Strecken nach Hesepe ab, die (nicht von der G.O.E. betriebene) Bahn nach Harpstedt und ab 1922 die Linie nach Lemwerder.
Zunächst baute die G.O.E. die Hauptstrecken im Großherzogtum, die später dann durch zahlreiche Nebenbahnen ergänzt wurden. Zum Ende der G.O.E. umfasste das Netz ca. 680 km. Hinzu kamen zahlreiche Anschlüsse und verschiedene Kleinbahnen unter staatlicher oder privater Verwaltung.
Karte des Großherzogtums mit den Bahnlinien
Die Karte ist erschienen in: „Die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen. Ein Rückblick auf die ersten 50 Jahre ihres Bestehens 1867-1917“ Festschrift, herausgegeben durch die Verwaltung der GOE, Oldenburg 1917.
Hauptbahnen
Von 1867 bis 1876 war der Bau des Hauptstreckennetzes abgeschlossen. Lediglich die Strecke Oldenburg – Brake folgte im Jahre 1896. Im Einzelnen wurden die folgenden Hauptbahnen gebaut:
Oldenburg – Bremen
Oldenburg – Wilhelmshaven
Oldenburg – Leer
Sande – Jever
Hude – Nordenham
Oldenburg – Osnabrück
Ihrhove – Neuschanz
Oldenburg – Brake
Die Strecke Oldenburg – Heppens wurde zunächst von der Preußischen Staatsbahn gebaut, Oldenburg war daran ebenfalls beteiligt. Eigentümer war Preußen, der Betrieb oblag jedoch Oldenburg. Erst später ging die Bahnlinie in den oldenburgischen Besitz über.
Nebenbahnen
Zur Vervollständigung des bestehenden Streckennetzes wurden ab den 1880er Jahren zahlreiche Nebenbahnen gebaut. Die Nebenstrecken der Hauptbahnen waren die Folgenden:
Jever – Vereinigung (Landesgrenze)
Ahlhorn – Falkenrott
Jever – Carolinensiel – Harle
Essen – Lewinghausen (Landesgrenze)
Varel – Neuenburg
Ellenserdamm – Ocholt
Borgstede – Bramloge
Varel – Varelerhafen
Ellenserdamm – Ellenserdammersiel
Delmenhorst – Hesepe
Holdorf – Damme
Nordenham – Blexen
Cloppenburg – Ocholt
Varel – Rodenkirchen
Die Strecke Delmenhorst – Lemwerder wurde erst nach dem Ende der Länderbahnen am 01.11.1922 eröffnet, Pläne für die Strecke lagen aber bereits bei der G.O.E. vor.
Strecken anderer Gesellschaften
Weiterhin waren auf oldenburgischem Gebiet einige weitere Gesellschaften tätig, deren Strecken seien hier aufgelistet:
Das Großherzogtum Oldenburg erhielt 1867 als eines der letzten Länder in Deutschland einen Eisenbahnanschluss. Die G.O.E. war die letzte gegründete Staatsbahn und gleichzeitig auch die kleinste. Nach der Gründung wurde zunächst ein Netz von Hauptbahnen gebaut, die sich in Oldenburg kreuzten. Nachdem dieses Netz aufgebaut war, wurde das Land mit einem dichten Netz von Nebenbahnen überzogen. Zusätzlich zu den Staatsbahnstrecken wurden einige Gebiete durch Initiative der beteiligten Gemeinden über eigene Gesellschaften erschlossen. Die Betriebsführung lag dann oft bei der Staatsbahn, teilweise fand ein gemeinsamer Betrieb statt.