Die Lokomotive Nr. 232 "WANGERLAND" von 1912, hier mit der Reichsbahnnummer 55 6202.

1912: Güterzuglokomotive

Die Lokomotive Nr. 232 "WANGERLAND" von 1912, hier mit der Reichsbahnnummer 55 6202.
Die Lokomotive Nr. 232 „WANGERLAND“ von 1912, hier mit der Reichsbahnnummer 55 6202.

Beschreibung der Lokomotiven

Durch die ständig steigenden Zugmassen wurden immer häufiger Vorspannlokomotiven erforderlich. Da dies mit der Zeit unwirtschaftlich wurde, mußte die Oldenburgische Staatsbahn also eine neue, stärkere Güterzuglokomotive beschaffen. Es mußte eine völlig neue Maschine entworfen werden, da die preußische G 7.2, die schon seit 1893 gebaut wurde, veraltet war und die neuere G 9, als Verbund-Lokomotive gebaut, zu schwer geworden wäre.
Bei dem neuen Entwurf wurde ein hochliegender Kessel vorgesehen, der auf dem Blechrahmen gestellt wurde. Dadurch konnte die Feuerkiste mit ebenen Seitenwänden gebaut werden. Die sich bietende Gelegenheit zur Rostvergrößerung wurde hingegen nicht genutzt.

Aufgrund der günstigen Erfahrungen bei den Personen- und Schnellzuglokomotiven wurde auch hier die Lentz-Ventilsteuerung angewendet. Durch Auflösung des Ventilkastens in vier Ventiltöpfe konnte sie noch verbessert werden. Zum Einbau des Verbinderdampftrockners Bauart Ranafier oder das Heißdampfprinzip anzuwenden konnte man sich nicht entschließen.

Die außenliegende Heusinger-Steuerung wurde einfach und glatt durchgebildet. In Norddeutschland eher selten war die einseitige Stützung der Schwinge an einer kurzen, kräftigen Welle, die an Leitbahnhalter und Rahmen gelagert war. Auch bei weiteren Nachbestellungen wurde diese Ausführung beibehalten.

Vor der Dampfpfeife befand sich ein parabolisch gekrümmtes Blech, um die Schallwirkung nach hinten zu leiten, damit auch die Bremser am Zugschluß noch die das Pfeifen vernehmen konnten.

Von der Reichsbahn wurden 13 Maschinen übernommen und 1925 auf Heißdampf umgebaut. Neun Lokomotiven kamen nach dem ersten Weltkrieg als Reparationsleistung nach Belgien.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartD-n2v
Baujahr1912 – 1918
Länge über Puffer17395 mm
Höchstgeschwindigkeit45 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1350 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser500/700 mm
Kolbenhub660 mm
Rostfläche2,23 qm
Heizfläche180,1 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht51,6 t
Dienstgewicht58,5 t
Reibungsgewicht58,5 t
Tender3 T 16

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen G 7 (bzw. G 9) Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen G 7 (bzw. G 9) Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag65231912231AMMERLAND55 6201ausgemustert 1934
Hanomag65241912232WANGERLAND55 6202ausgemustert 1935
Hanomag65251912233BUTJADINGEN55 6203ausgemustert 1934
Hanomag65261912234STADLAND55 6204ausgemustert 1934
Hanomag65271912235STEDINGEN55 6205ausgemustert 1935
Hanomag69351913246MOORIEM55 6207ausgemustert 1935
Hanomag69341913247OESTRINGEN55 6206
Hanomag73181914251JEVERLAND55 6208ausgemustert 1935
Hanomag73191914252MÜNSTERLAND55 6209ausgemustert 1935
Hanomag73201914253SAGTERLAND55 6210ausgemustert 1935
Hanomag73211914254LANDWÜHRDEN55 6211ausgemustert 1935
Hanomag73221914255FRIESLAND55 6212ausgemustert 1934
Hanomag76261915259RHEIDERLAND1919 an Belgien (8689)
ausgemustert vor 1931
Hanomag76271915260HARLINGERLAND1919 an Belgien (8690)
ausgemustert vor 1931
Hanomag75981915261WÜSTENLAND55 6213ausgemustert 1935
Hanomag75991915262NESSERLAND1919 an Belgien (8692)
ausgemustert vor 1931
Hanomag76001915263LEEDINGERLAND1919 an Belgien (8693)
ausgemustert vor 1931
Hanomag85691918272GRONINGERLAND1919 an Belgien (8697)
ausgemustert vor 1931
Hanomag85701918273WANGEROOG1919 an Belgien (8698)
ausgemustert vor 1931
Hanomag85711918274SPIEKEROOG1919 an Belgien (8694)
ausgemustert vor 1931
Hanomag85721918275LANGEOOG1919 an Belgien (8695)
ausgemustert vor 1931
Hanomag85731918276BALTRUM1919 an Belgien (8696)
ausgemustert vor 1931

Weitere Bilder der Lokomotiven

G 7 Nr. 235 "STEDINGEN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag
G 7 Nr. 235 „STEDINGEN“ auf einer Ansichtskarte der Hanomag
Den prominenten Namen "LANDWÜHRDEN" erhielt die Nr. 254 bei der G.O.E. Diesen Namen trug schon die erste von Krauss in München gebaute Lokomotive. Hier zu Reichsbahnzeiten als 56 6211 vor dem Schuppen auf dem Verschiebebahnhof.
Den prominenten Namen „LANDWÜHRDEN“ erhielt die Nr. 254 bei der G.O.E. Diesen Namen trug schon die erste von Krauss in München gebaute Lokomotive. Hier zu Reichsbahnzeiten als 56 6211 vor dem Schuppen auf dem Verschiebebahnhof.
Die Nr. 255 "FRIESLAND" erhielt bei der Reichsbahn die Nr. 56 6212. Hier vor dem Schuppen auf dem Verschiebebahnhof Oldenburg.
Die Nr. 255 „FRIESLAND“ erhielt bei der Reichsbahn die Nr. 56 6212. Hier vor dem Schuppen auf dem Verschiebebahnhof Oldenburg.
Die G 7 Nr. 235 "STEDINGEN" auf einer weiteren Ansichtskarte der Hanomag
Die G 7 Nr. 235 „STEDINGEN“ auf einer weiteren Ansichtskarte der Hanomag

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 221 "HERKULES", gebaut 1911 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 6223

1911: Güterzug-Tenderlokomotive

Die Lokomotive Nr. 221 "HERKULES", gebaut 1911 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 6223
Die Lokomotive Nr. 221 „HERKULES“, gebaut 1911 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 6223

Beschreibung der Lokomotiven

1911 wurde der Verschiebebahnhof Oldenburg in Betrieb genommen. Für den Dienst auf diesem und anderen Rangierbahnhöfen reichten die C-gekuppelten Maschinen nicht mehr aus. Das Fehlen einer leistungsfähigen Rangierlok wurde mit der Beschaffung einer vierfach gekuppelten Maschine ausgeglichen, die in allen wesentlichen Teilen der preußischen T 13 entsprach, obwohl diese eigentlich für den Nebenbahndienst konzipiert war.
Der Konstruktion der T 13 waren in Preußen heftige Diskussionen vorausgegangen, ob nun das Naß- oder das Heißdampfverfahren Anwendung finden solle. Obwohl bereits ausreichend und gute Erfahrung mit dem Heißdampfverfahren, das Robert Garbe favorisierte, vorlagen, entschied man sich in Preußen für die Naßdampfversion, da man hierbei Vorteile im Betrieb und bei der Wartung erwartete.

Abweichend von der preußischen Bauart kamen einige oldenburgische Besonderheiten zur Ausführung. Die Kolbenstangen wurden durch die vorderen Zylinderdeckel hindurchgeführt und die entlasteten Flachschieber Bauart Ranafier verwendet.

Bemerkenswert an der Maschine ist, daß sie wohl die einzige deutsche vierfach gekuppelte Lokomotive ist, bei der die zweite Kuppelachse angetrieben wurde.

Infolge der Materialknappheit durch den Ersten Weltkrieg erhielten die Maschinen ab 1917 eine geschweißte innere Feuerkiste aus Eisen, die aber später wieder durch solche aus Kupfer ersetzt wurde.

Von der Deutschen Reichsbahn wurden 1925 alle 10 Maschinen übernommen und mit denen aus Preußen in die Reihe 92 eingereiht. Noch über Jahrzehnte hinweg taten sie Dienst. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten einige der Lokomotiven an die Deutsche Reichsbahn der DDR, bei der Bundesbahn wurden die verbliebenen Lokomotiven gegen Ende der 50er Jahre ausgemustert.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartD-n2
Baujahr1911 – 1919
Länge über Puffer11100 mm
Höchstgeschwindigkeit45 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1250 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser500 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche1,7 qm
Heizfläche116,2 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht47,2 t
Dienstgewicht62,3 t
Reibungsgewicht62,3 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 13 (links) und der T 13.1 (rechts) Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn.
Skizze der oldenburgischen T 13 (links) und der T 13.1 (rechts) Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn.

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag62211911219SIMSON92 585ausgemustert 1958
Hanomag62221911220GOLIATH92 586
Hanomag62231911221HERKULES92 5871945 DR Ost
Hanomag62241911222ATLAS92 5881945 Saarbahnen
Hanomag66341912239TITAN92 606ausgemustert 1956
Hanomag66351912240CYKLOP92 6071945 DR Ost
Hanomag79981917264GIGANT92 910
Hanomag79991917265HÜNE92 9111945 DR Ost
Hanomag92261919277RECKE92 912an OHE (92 110)
Hanomag92271919278ROLAND92 913

Weitere Bilder der Lokomotiven

T 13 Nr. 221 "HERKULES" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.
T 13 Nr. 221 „HERKULES“ auf einer Ansichtskarte der Hanomag.
T 13 Nr. 221 "HERKULES" auf einer weiteren Ansichtskarte der Hanomag.
T 13 Nr. 221 „HERKULES“ auf einer weiteren Ansichtskarte der Hanomag.

Auch interessant

1909: Schnellzuglokomotive, S 5.2 (2 B-SLv-(LV)) Nr. 205 "FRIGGA" die spätere 13 1851

1909: Schnellzuglokomotive

1909: Schnellzuglokomotive, S 5.2 (2 B-SLv-(LV)) Nr. 205 "FRIGGA" die spätere 13 1851
1909: Schnellzuglokomotive, S 5.2 (2 B-SLv-(LV)) Nr. 205 „FRIGGA“ die spätere 13 1851

Beschreibung der Lokomotiven

Seit 1904 wurde für die preußische Staatsbahn die Gattung S 5.2 gebaut. Da auch bei der oldenburgischen Staatsbahn weitere leistungsfähige Schnellzuglokomotiven benötigt wurden, beschaffte man Maschinen mit den Hauptabmessungen der preußischen S 5.2. Von 1909 bis 1913 wurden elf Stück dieser Lokomotiven gebaut, die abweichend von der preußischen Bauart die Lentz-Ventilsteuerung und die Anfahrvorrichtung Bauart Ranafier erhielten.

Die Anfahrvorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem von Hand zu bedienenden Dampfverteiler und einem vor dem Ventilkasten der Lentz-Steuerung liegenden Ventil, das durch die Verlängerung der Nockenstange gesteuert wird. Dieses Ventil wird durch Federkraft an seinen Sitz gedrückt und ist bei gewöhnlicher Fahrt ausgeschaltet. Bei Betätigung wird es durch Frischdampf geöffnet, dieser kann in den Hochdruckzylinder einströmen.

Diese einfache, aber wirksame Anfahrvorrichtung ergab in allen Kurbelstellungen außerordentlich hohe Anzugskräfte, bei sachgemäßer Bedienung konnte durch allmähliche Steigerung der Kräfte Radschleudern vermieden werden.
Äußerlich auffällig an den Lokomotiven ist das höher gelagerte Umlaufblech, das in dieser Lage angebracht wurde, um die Radschutzkästen und den treppenförmigen Aufbau wie bei der Personenzuglokomotive aus dem gleichen Jahr zu verhindern. Dadurch ergab sich, allerdings nur optisch, eine scheinbar höhere Kessellage.

Die bei den Personenzuglokomotiven von 1907 erstmals verwendete Luftpumpe für die Westinghousebremse in Verbundausführung mit Rippenkühlung wurde auch für diese Maschinen gewählt. Abweichend erhielten sie jedoch den Sandstreuer Bauart Knorr.

Von der Reichsbahn wurden alle Maschinen übernommen, Ende der zwanziger Jahre erfolgte jedoch bereits die Ausmusterung.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1909 – 1913
Länge über Puffer17661 mm
Höchstgeschwindigkeit100 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1980 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser475/700 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche140,7 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht48,1 t
Dienstgewicht53,4 t
Reibungsgewicht32,0 t
Tender2’2′ T 20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen S 5.2 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen S 5.2 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag56091909205FRIGGA13 1851ausgemustert 1926
Hanomag56101909206FREYA13 1852ausgemustert 1926
Hanomag58651910209IDUNA13 1853ausgemustert 1926
Hanomag58661910210GERDA13 1854ausgemustert 1926
Hanomag58671910211NANNA13 1855
Hanomag65201912223URD13 1856ausgemustert 1926
Hanomag65211912224WERDANDI13 1857ausgemustert 1926
Hanomag65221912225SKULD13 1858
Hanomag69311913248GEFION13 1859
Hanomag69321913249SAGA13 1860ausgemustert 1926
Hanomag69331913250WALA13 1861ausgemustert 1926

Weitere Bilder der Lokomotiven

S 5.2 Nr. 205 "FRIGGA" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.
S 5.2 Nr. 205 „FRIGGA“ auf einer Ansichtskarte der Hanomag.
S 5.2 Nr. 205 "FRIGGA" im Einsatz vor einem Schnellzug.
S 5.2 Nr. 205 „FRIGGA“ im Einsatz vor einem Schnellzug.
S 5.2 Nr. 210 "GERDA" auf einer Ansichtskarte der Hanomag
S 5.2 Nr. 210 „GERDA“ auf einer Ansichtskarte der Hanomag
S 5.2 Nr. 210 "GERDA" vor einem Schnellzug.
S 5.2 Nr. 210 „GERDA“ vor einem Schnellzug.
Die oldenburgische S 5.2 Nr. 210 "GERDA" erhielt später bei der Reichsbahn die Nummer 13 1854.
Die oldenburgische S 5.2 Nr. 210 „GERDA“ erhielt später bei der Reichsbahn die Nummer 13 1854.
S 5.2 Nr. 211 "NANNA" vor dem Schuppen im Betriebswerk Oldenburg.
S 5.2 Nr. 211 „NANNA“ vor dem Schuppen im Betriebswerk Oldenburg.

Auch interessant

Die Heizerseite der P 4.2 Nr. 190 "NEPTUN", gebaut 1909

1909: Personenzuglokomotive

Die Heizerseite der P 4.2 Nr. 190 "NEPTUN", gebaut 1909
Die Heizerseite der P 4.2 Nr. 190 „NEPTUN“, gebaut 1909

Beschreibung der Lokomotiven

Diese Type ist ein Nachbau der Personenzuglokomotive aus dem Jahre 1907. Sie besitzt jedoch eine wesentliche Neuerung, die Lentz-Ventilsteuerung anstelle der Flachschiebersteuerung.

Mit dieser Art der Steuerung wurden ab 1909 bedingt durch die guten Erfahrungen im Betriebsdienst alle Schlepptender- und auch einige Tenderlokomotiven ausgerüstet. Die Ausführung der Steuerung wurde nach Vorschlägen des Direktionsmitgliedes Ranafier verändert. Unter anderem wurde nicht wie bei anderen Bahnen nur der Hochdruckzylinder, sonder Hoch- und Niederdruckzylinder mit der Ventilsteuerung ausgerüstet. Erstmals kam auch die Anfahrvorrichtung Bauart Ranafier zur Verwendung.

Da die gleichen Maschinen auch mit Flachschiebersteuerung im Betrieb waren, ließen sich direkte Vergleiche anstellen. Hierbei zeigte sich, daß die Ventillokomotiven etwa 10% mehr Leistung bei gleichem Kohlen- und Wasserverbrauch brachten.

Äußerlich fielen die Lokomotiven durch den treppenförmigen Umlauf auf, der durch die Ventilsteuerung erforderlich wurde. Die Luftpumpe für die Westinghousebremse ist bei dieser Lokomotive erstmals als Verbundpumpe mit Rippenkühlung ausgeführt.

Gegenüber der Lieferung von 1907 wurden Verstärkungen an den Rahmenverstrebungen, insbesondere im Bereich der Zylinder, vorgenommen. Hierdurch erhöhte sich das Gewicht geringfügig. Unverändert übernommen wurden die Rauchverbrennung Bauart Staby mit dem scheinbaren zweiten Dom vor dem Führerhaus, der Verbinderdampftrockner Bauart Ranafier, die Dampfstrahlpumpen Bauart Friedemann und die Lentz’schen Preßluftsandstreuer.

Die drei gebauten Maschinen wurden von der Reichsbahn zusammen mit denen von 1907 in die Reihe 36.12 übernommen. Bis 1927 taten sie noch Dienst bevor sie ausgemustert wurden.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1909
Länge über Puffer17461 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460/680 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche119,4 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht48,4 t
Dienstgewicht53,9 t
Reibungsgewicht30,5 t
Tender2’2′ T 20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag54081909188SATURN36 1256ausgemustert 1929
Hanomag54091909189URANUS36 1257
Hanomag54101909190NEPTUN36 1258ausgemustert 1929

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.2 Nr. 190 "NEPTUN", gebaut 1909
P 4.2 Nr. 190 „NEPTUN“, gebaut 1909

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 187 "DELMENHORST", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5003

1907: Personenzug-Tenderlokomotive

Die Lokomotive Nr. 187 "DELMENHORST", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5003
Die Lokomotive Nr. 187 „DELMENHORST“, gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5003

Beschreibung der Lokomotiven

Nach der Jahrhundertwende erwies sich die Beschaffung einer Tenderlokomotive mit einer höheren zulässigen Höchstgeschwindigkeit als dringend notwendig. Die vorhandenen Tenderlokomotiven waren nicht für den hochwertigen Personenzugdienst einsetzbar, da sie nicht schneller als 50 km/h waren. Lokomotiven mit Schlepptender aber konnten wegen fehlender Drehscheiben nicht überall eingesetzt werden. Wie bei den Personenzuglokomotiven mit Schlepptender übersprang die oldenburgische Staatsbahn auch bei den Tenderlokomotiven die 1 B-gekuppelte Bauart. Man ging hier von der B Tenderlokomotive zur 1 B 1 Lok über. Als Vorbild diente wieder eine preußische Bauart, die Gattung T 5, die auch fast unverändert übernommen wurde.
Diese Maschinen, die sich auf der Berliner Stadtbahn gut bewährte, schien auch für die oldenburger Strecken mit ihrem schwachen Oberbau geeignet. Trotz der Erfolge der Krauß-Helmholtz-Drehgestelle bei anderen Bahnverwaltungen wurde jedoch an der überholten Bauart mit Adamsachsen festgehalten. Dies und der weit über die erste Achse hinausreichende Wasserkasten verursachten einen unruhigen Lauf, den man durch einen vergrößerten Radstand und verstärkte Rückstellfedern auszugleichen versuchte, was jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führte.

Ab 1911 wurden die Maschinen mit höherer Kessellage geliefert. Außerdem wurden die Bremsklötze nun zweckmäßiger auf Achsmitte angeordnet. Aber auch die letzten Lieferungen aus dem Jahr 1921 wurden noch mit Adamsachsen ausgeführt.

Alle 20 Maschinen wurden von der Reichsbahn in den Umzeichnungsplan von 1925 übernommen. Sie konnten sich aber nur noch wenige Jahre halten und wurden bis 1930 ausgemustert.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart?
Baujahr?
Länge über Puffer? mm
Höchstgeschwindigkeit? km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser? mm
Laufraddurchmesser vorn? mm
Laufraddurchmesser hinten? mm
Zylinderdurchmesser? mm
Kolbenhub? mm
Rostfläche? qm
Heizfläche? qm
Kesselüberdruck? bar
Leergewicht? t
Dienstgewicht? t
Reibungsgewicht? t
Tender?-achsig

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 5.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen T 5.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag50011907185JEVER71 401?
Hanomag50021907186VAREL71 402ausgemustert 1927
Hanomag50031907187DELMENHORST71 403ausgemustert 1928
Hanomag56111909207BRAKE71 404ausgemustert 1930
Hanomag56121909208ELSFLETH71 405ausgemustert 1931
Hanomag62181911216N0RDENHAM71 406ausgemustert 1932
Hanomag62191911217VECHTA71 407ausgemustert 1933
Hanomag62201911218CLOPPENBURG71 408ausgemustert 1929
Hanomag65171912226RÜSTRINGEN71 409ausgemustert 1930
Hanomag65181912227WESTERSTEDE71 410ausgemustert 1930
Hanomag65191912228WILDESHAUSEN71 411ausgemustert 1930
Hanomag66361912236FRISOYTHE71 412ausgemustert 1930
Hanomag73151914256HEPPENS71 413ausgemustert 1930
Hanomag73161914257BANT71 414ausgemustert 1930
Hanomag73171914258NEUENDE71 415ausgemustert 1930
Hanomag85331918269EVERSTEN71 416ausgemustert 1930
Hanomag85341918270BÜRGERFELD71 417ausgemustert 1930
Hanomag85351918271OHMSTEDE71 418ausgemustert 1930
Hanomag95621921279DONNERSCHWEE71 419ausgemustert 1930
Hanomag95631921280NADORST71 420ausgemustert 1930

Weitere Bilder der Lokomotiven

T 5.1 Nr. 218 "CLOPPENBURG" gebaut 1911 bei Hanomag.
T 5.1 Nr. 218 „CLOPPENBURG“ gebaut 1911 bei Hanomag.
Die ehemalige T 5.1 226 "RÜSTRINGEN" als Reichbahn 71 409 mit einigen Bediensteten am BW Oldenburg.
Die ehemalige T 5.1 226 „RÜSTRINGEN“ als Reichbahn 71 409 mit einigen Bediensteten am BW Oldenburg.
T 5.1 Nr. 280 "NADORST" erhielt bei der Reichsbahn die Nummer 71 420.
T 5.1 Nr. 280 „NADORST“ erhielt bei der Reichsbahn die Nummer 71 420.
T 5.1 Nr. 279 "DONNERSCHWEE" in Oldenburg mit der Reichsbahnnummer 71 419.
T 5.1 Nr. 279 „DONNERSCHWEE“ in Oldenburg mit der Reichsbahnnummer 71 419.
T 5.1 Nr. 218 "CLOPPENBURG" aus der Serie von 1911 auf einer weiteren Ansichtskarte von Hanomag.
T 5.1 Nr. 218 „CLOPPENBURG“ aus der Serie von 1911 auf einer weiteren Ansichtskarte von Hanomag.

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 178 "JUPITER", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000

1907: Personenzuglokomotive

Die Lokomotive Nr. 178 "JUPITER", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000
Die Lokomotive Nr. 178 „JUPITER“, gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000

Beschreibung der Lokomotiven

Die ab 1896 gebauten 2 B Personenzuglokomotiven waren mit einfacher Dampfdehnung ausgerüstet. Im Jahre 1907 beschaffte man diese nun wie zuvor bereits die Schnellzuglokomotive mit Verbundtriebwerk. Waren die älteren Maschinen der preußischen P 4 ähnlich, aber schwächer als diese ausgeführt, so wurden die neuen Lokomotiven mit annähernd gleicher Leistung übernommen.

Alle Maschinen waren mit einer Anfahrvorrichtung Bauart Lindner und dem für Verbundtriebwerke in Oldenburg typischen Verbinderdampftrockner Bauart Ranafier ausgerüstet. Dieser besteht im Wesentlichen aus einem Bündel u-förmig gebogener Rohre, die in der Rauchkammer die Verbindung zwischen Hoch- und Niederdruckzylinder herstellen. Statt eines großen sind also viele kleine Rohre verwendet worden, die in der Rauchkammer vom heißen Rauch umspült und dadurch beheizt werden. So wurde einerseits eine genügende Trocknung des Dampfes erzielt, andererseits bildete sie einen wirksamen Funkenschutz, da glühende Kohlenteilchen von dem Rohrbündel aufgefangen wurden.

Auch diese Lokomotiven waren mit einer Staby-Rauchverbrennung ausgerüstet, der scheinbare zweite Dom vor dem Führerhaus gehörte zu dieser. Weiterhin gehörte zu der Ausrüstung ein Pressluftsandstreuer Bauart Lentz und Dampfstrahlpumpen Bauart Friedemann. Die Maschinen dieser Lieferung waren noch mit der entlasteten Flachschiebersteuerung ausgerüstet. Alle weiteren Personen-, Schnell- und Güterzuglokomotiven wurden nur noch mit Lentz-Ventilsteuerung beschafft.

Die letzte Maschine aus dieser Lieferung, die Bahnnummer 178 „JUPITER“, wurde am 15. Juni 1907 als die 5.000ste Lokomotive der HANOMAG feierlich an die G.O.E. übergeben.

Die Verbund-Lokomotiven waren den bis dahin verwendeten Zwillings-Maschinen weit überlegen. Sie wurden alle in den Bestand der Reichsbahn übernommen, jedoch zwischen 1927 und 1929 ausgemustert.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1909
Länge über Puffer17461 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460/680 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche119,4 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht48,4 t
Dienstgewicht53,9 t
Reibungsgewicht30,5 t
Tender2’2′ T 20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag49961907174MERCUR36 1251ausgemustert 1929
Hanomag49971907175VENUS36 1252ausgemustert 1928
Hanomag49981907176ERDE36 1253ausgemustert 1927
Hanomag49991907177MARS36 1254ausgemustert 1929
Hanomag50001907178JUPITER36 1255ausgemustert 1927

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.2 Nr. 178 "JUPITER" im Betriebswerk
P 4.2 Nr. 178 „JUPITER“ im Betriebswerk

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 154 "THOR", gebaut 1903 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 4104

1903: Schnellzuglokomotive

Die Lokomotive Nr. 154 "THOR", gebaut 1903 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 4104
Die Lokomotive Nr. 154 „THOR“, gebaut 1903 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 4104

Beschreibung der Lokomotiven

Bis zum Jahre 1903 hatte sich der Verkehr so weit entwickelt, dass Schnellzüge eingelegt werden mussten. Zwar gab es nur eine Strecke, auf der fahrplanmäßige Schnellzüge verkehrten, nämlich die von Wilhelmshaven nach Bremen, dennoch wurde es immer dringender notwendig, Schnellzuglokomotiven zu beschaffen. Die bisher verwendeten 2 B-Lokomotiven mit einem Treibraddurchmesser von 1750 mm waren nicht geeignet, um über längere Strecken die Geschwindigkeit von 90 km/h zu halten. Daher beschaffte man Schnellzuglokomotiven mit einem Raddurchmesser von 1980 mm und einem dazu abgestimmten Triebwerk nach dem Vorbild der preußischen S 3, der die Hauptabmessungen und wichtigeren Einzelheiten auch entsprachen. Diese Lokomotiven sicherten eine Dauerleistung, wie sie für den hochwertigen Schnellzugdienst notwendig war.

Abweichend von den preußischen Maschinen erhielten die oldenburgischen jedoch einen Verbinderdampftrockner der Bauart Ranafier und entlastete Dampfschieber an beiden Zylindern.

Erstmalig erhielten diese Maschinen einen Dampfdom anstelle des bis dahin ausschließlich verwendeten innenliegenden Dampfsammelrohrs. Mit 1000 mm wies der Dom eine beachtliche Höhe auf. Vor dem Führerhaus auf dem Kessel befand sich ein zweiter Dom für die Stabysche Rauchverbrennungsvorrichtung.

Die Kesselspeisung erfolgte durch Friedmann-Strahlpumpen, die auch bei allen weiteren oldenburgischen Lokomotiven beibehalten wurden. Die Lokomotiven erhielten eine Heusinger- Steuerung und waren mit einer Anfahrvorrichtung nach Lindner älterer Bauart ausgerüstet. Diese wurde später durch eine Anfahrvorrichtung Bauart Ranafier ersetzt.

Die Deutsche Reichsbahn übernahm alle sechs Maschinen in ihren Bestand, sie mussten allerdings schon 1926/27 im Rahmen der Typenbereinigung ihren Dienst quittieren.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1902 – 1903
Länge über Puffer17461 mm
Höchstgeschwindigkeit95 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1980 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460/680 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche119,4 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht46,8 t
Dienstgewicht52,2 t
Reibungsgewicht30,2 t
Tender3T12 / 2’2’T20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen S 3. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen S 3. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag41011903151WODAN13 1801ausgemustert 1926
Hanomag41021903152ODIN13 1802ausgemustert 1927
Hanomag41031903153DONAR13 1803ausgemustert 1927
Hanomag41041903154THOR13 1804ausgemustert 1927
Hanomag42781904160BALDUR13 1805
Hanomag42791904161HEIMDALL13 1806

Weitere Bilder der Lokomotiven

S 3 Nr. 154 "THOR" noch im Fotografieranstrich auf dem Gelände der HANOMAG in Hannover.
S 3 Nr. 154 „THOR“ noch im Fotografieranstrich auf dem Gelände der HANOMAG in Hannover.
Die S3 Nr. 151 "WODAN" vor einem Schnellzug im oldenburgischen.
Die S3 Nr. 151 „WODAN“ vor einem Schnellzug im oldenburgischen.

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 195 "GIMPEL", gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415

1898: Tenderlokomotive für Nebenbahnen

Die Lokomotive Nr. 195 "GIMPEL", gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415
Die Lokomotive Nr. 195 „GIMPEL“, gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415

Beschreibung der Lokomotiven

Durch erhöhte Anforderungen sowohl im Verschiebedienst als auch auf den Nebenbahnen war die Oldenburgische Eisenbahnverwaltung im Jahre 1898 erstmalig gezwungen, C-gekuppelte Tenderlokomotiven zu beschaffen.
Als Vorbild dienten die preußischen T 3, jedoch waren die oldenburgischen Maschinen etwas kräftiger gebaut. Bei einem Dienstgewicht von 33 t ergab sich eine Kuppelachsfahrmasse von 11 t. Offensichtlich wurde eine mittlere Achsfahrmasse von 14 t bei den B-Kupplern als zu hoch für den schwachen Oberbau empfunden. In Kessel- und Zylinderabmessungen waren die neuen Lokomotiven den zweifachgekuppelten nicht überlegen, doch bot der geringere Achsdruck gewisse Vorteile.

Die Maschinen wurden wiederum der Tradition entsprechend ohne Dampfdom und mit dem Regler in der Rauchkammer geliefert. Noch im Jahre 1909 wurden drei Lokomotiven fast unverändert nachbeschafft. Alle Lokomotiven erhielten eine Westinghouse- Luftdruckbremse, die für den Dienst auf Nebenbahnen vorgesehenen zusätzlich noch eine Heberlein-Bremseinrichtung und ein Dampfläutewerk. Die im Jahre 1909 gelieferten Maschinen hatten eine kleinere Rostfläche; sie waren ausschließlich für den Rangierdienst vorgesehen.
Die Tenderlokomotiven waren die ersten, die das Eigentumszeichen der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn, das oldenburgische Staatswappen mit der Unterschrift G.O.E. trugen.

Die Deutsche Reichsbahn übernahm alle Maschinen noch in den vorläufigen Umzeichnungsplan, zu Umzeichnung ist es dann aber nicht mehr gekommen. Eine der Lokomotiven kam 1918 an die Kleinbahn Zwischenahn-Edewecht, von hier gelangte sie 1935 als Werkslokomotive an die Klöckner-Werke. Eine weitere kam ebenfalls als Werkslokomotive an die Zuckerfabrik Östrum.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartC-n2
Baujahr1898 – 1909
Länge über Puffer8300 mm
Höchstgeschwindigkeit45 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1100 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser340 mm
Kolbenhub550 mm
Rostfläche1,35 qm
Heizfläche59,1 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht24,7 t
Dienstgewicht33,0 t
Reibungsgewicht33,0 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 3 in unterschiedlichen Bauausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen T 3 in unterschiedlichen Bauausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag32001898123SPECHT98 201
Hanomag32011898124STAAR98 202? an Kleinbahn Zwischenahn – Edewecht
1935 an Fa. Klöckner
Hanomag32021898125FINK98 203
Hanomag32031899126SPATZ98 204
Hanomag32041899127DROSSEL98 205
Hanomag32051899128WACHTEL98 206
Hanomag34181900135AMSEL98 207
Hanomag34191900136LERCHE98 208
Hanomag34201900137ZEISIG98 209
Hanomag34211900138MEISE98 210
Hanomag36141901145AMMER98 211
Hanomag36151901146STIEGLITZ98 212
Hanomag54141909194SPERLING98 213
Hanomag54151909195GIMPEL98 214
Hanomag54161909196HÄNFLING98 215? Werklok Carl Halbach KG (Bernbruch)
ausgemustert nach 1961

Weitere Bilder der Lokomotiven

T 3 Nr. 124 "STAAR", 1919 kam sie an die Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht, 1935 an Klöckner
T 3 Nr. 124 „STAAR“, 1919 kam sie an die Kleinbahn Zwischenahn – Edewecht, 1935 an Klöckner
T 3 Nr. 124 "STAAR" sollte bei der Reichsbahn die Nummer 98 202 erhalten, dazu kam es jedoch nicht mehr.
T 3 Nr. 124 „STAAR“ sollte bei der Reichsbahn die Nummer 98 202 erhalten, dazu kam es jedoch nicht mehr.
T 3 Nr. 124 "STAAR" wartet auf den nächsten Einsatz
T 3 Nr. 124 „STAAR“ wartet auf den nächsten Einsatz
Die Nr 135 „AMSEL“ im Bahnhof Carolinensiel. Die Maschine kam später zu Zuckerfabrik Östrum.
Die Nr 135 „AMSEL“ im Bahnhof Carolinensiel. Die Maschine kam später zu Zuckerfabrik Östrum.

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 114 "EBER", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2907

1896: Tenderlokomotive für den Verschiebedienst

Die Lokomotive Nr. 114 "EBER", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2907
Die Lokomotive Nr. 114 „EBER“, gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2907

Beschreibung der Lokomotiven

Bis zum Jahre 1896 wurde der Verschiebedienst auf allen Bahnhöfen mit den kleinen zweiachsigen Tenderlokomotiven durchgeführt. Diese reichten gegen Ende des Jahrhunderts nicht mehr aus und so sah sich die Eisenbahnverwaltung gezwungen, stärkere Maschinen anzuschaffen. Zwischenzeitlich war die zulässige Achsfahrmasse auf 14 t erhöht worden, die natürlich ausgenutzt werden sollte. Die neue, ebenfalls B-gekuppelte Tenderlokomotive entstand nach dem Vorbild der preußischen T 2, jedoch hatte auch sie wieder keinen Dampfdom, der Regler wurde in der Rauchkammer untergebracht. Diese, als „große Tenderlokomotive“ bezeichneten Maschinen erhielten erstmals auch ein geräumiges Führerhaus.

Das Haupteinsatzgebiet dieser Lokomotiven war der Rangierdienst auf den größeren Bahnhöfen. Durch die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und ihre etwa 50% höhere Leistungsfähigkeit gegenüber den „kleinen Tenderlokomotiven“ machten sie jedoch auch für den Streckendienst tauglich. Da sie jedoch nur mit einer Wurfhebel- und einer Heberlein-Bremse ausgerüstet waren, wurden nachträglich acht Maschinen mit einer Westinghouse-Druckluftbremse ausgestattet. Der Hauptluftbehälter wurde domartig auf dem Kessel angebracht.
Die Maschinen wurden in neun Lieferungen bis zum Jahre 1913 beschafft. Die Deutsche Reichsbahnübernahm bis auf eine alle Lokomotiven und reihte sie als 98 101 bis 98 137 ein. Die Ausmusterung begann jedoch schon 1925 und 1933 schied die letzte aus dem Dienst. Mehrere Lokomotiven taten hiernach noch bis 1953 Dienst als Werkslokomotiven in Ausbesserungswerken von Reichs- und Bundesbahn.

Zwei Maschinen waren noch bis 1955 nach einigen Umbauten auf der Kleinbahn Lohne-Dinklage im Einsatz, eine weitere ging als Werkslokomotive an das Südzuckerwerk in Regensburg.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartB-n2
Baujahr1896 – 1913
Länge über Puffer8089 mm
Höchstgeschwindigkeit50 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1100 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser324 mm
Kolbenhub550 mm
Rostfläche1,01 qm
Heizfläche58,7 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht21,0 t
Dienstgewicht28,0 t
Reibungsgewicht28,0 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 2 mit den unterschiedlichen Bauformen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen T 2 mit den unterschiedlichen Bauformen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag29051896112ROSS98 101
Hanomag29061896113STIER
Hanomag29071896114EBER98 102ausgemustert 1926
Hanomag29081896115WIDDER98 103
Hanomag38731902147BÄR98 104
Hanomag38741902148WOLF98 105ausgemustert 1927
Hanomag38751902149FUCHS98 106ausgemustert 1926
Hanomag42811904162LUCHS98 107ausgemustert 1927
Hanomag42821904163DACHS98 108ausgemustert 1927
Hanomag43221905164DOGGE98 109ausgemustert 1927
evtl. 1931 an Kleinbahn Lohne – Dinklage (oder 237 BISON)
Hanomag45801906167ELCH98 110
Hanomag45811906168ILTIS98 111
Hanomag45821906169WISENT98 112
Hanomag45831906170MARDER98 113bis 1953 AW-Werklok
Hanomag45841906171BIBER98 114bis 1953 AW-Werklok
Hanomag45851906172HAMSTER98 115bis 1953 AW-Werklok
Hanomag45861906173WIESEL98 116
Hanomag54171909197IGEL98 117ausgemustert 1927
Hanomag54181909198OTTER98 118ausgemustert 1927
AW-Werklok
später Fa. Schnell (Essen)
bis 1954 Hüttenwerk Siegerland (Attendorn)
Hanomag54191909199ZOBEL98 119ausgemustert 1926
Hanomag54201909200GEMSE98 120
Hanomag54211909201STEINBOCK98 121ausgemustert 1933
Hanomag54221909202BÜFFEL98 122ausgemustert 1929
Hanomag54231909203PANTHER98 123ausgemustert 1927
Hanomag54241909204TIGER98 124
Hanomag62141911212PUDEL98 125ausgemustert 1927
Werklok Südzucker (Regensburg)
Hanomag62151911213DACKEL98 126ausgemustert 1927
Hanomag62161911214MOPS98 127ausgemustert 1927
Hanomag62171911215SPITZ98 128ausgemustert 1927
Hanomag65151912229RATTE98 129ausgemustert 1927
Hanomag65161912230MAUS98 130ausgemustert 1927
Hanomag66371912237BISON98 131ausgemustert 1927
evtl. 1931 an Kleinbahn Lohne – Dinklage (oder 164 DOGGE)
Hanomag66381912238GNU98 132ausgemustert 1927
1931 an Kleinbahn Lohne – Dinklage
Hanomag69361913241PUMA98 133ausgemustert 1927
Werklok Reuschling (Hattingen)
Hanomag69371913242SCHAKAL98 134ausgemustert 1927
Hanomag69381913243HYÄNE98 135ausgemustert 1927
Hanomag69391913244LAMA98 136
Hanomag69401913245ZEBRA98 137ausgemustert 1931

Weitere Bilder der Lokomotiven

T 2 Nr. 168 "ILTIS" zur Reichsbahnzeit als 98 131.
T 2 Nr. 168 „ILTIS“ zur Reichsbahnzeit als 98 131.
T 2 Nr. 168 "ILTIS" zur Reichsbahnzeit als 98 131 vor dem Schuppen in Oldenburg.
T 2 Nr. 168 „ILTIS“ zur Reichsbahnzeit als 98 131.
T 2 Nr. 171 "BIBER", bei der Reichsbahn mit der Nummer 98 114.
T 2 Nr. 171 „BIBER“, bei der Reichsbahn mit der Nummer 98 114.T 2 Nr. 200 „GEMSE“, bei der Reichsbahn mit der Nummer 98 114.
T 2 Nr. 200 "GEMSE", bei der Reichsbahn mit der Nummer 98 120.
T 2 Nr. 200 „GEMSE“, bei der Reichsbahn mit der Nummer 98 120.
T 2 Nr. 201 "STEINBOCK" als Reichsbahnnummer 98 115. Hier zusammen mit 89 7324, einer preussischen T 3.
T 2 Nr. 201 „STEINBOCK“ als Reichsbahnnummer 98 115. Hier zusammen mit 89 7324, einer preussischen T 3.
Die T2 Nr. 200 "GEMSE" mit der Reichsbahnnummer 98 129 in Oldenburg.
Die T2 Nr. 200 „GEMSE“ mit der Reichsbahnnummer 98 129 in Oldenburg.
T 2 Nr. 212 "PUDEL" im BW mit der Nummer 98 125.
T 2 Nr. 212 „PUDEL“ im BW mit der Nummer 98 125.
T 2 Nr. 243 "HYÄNE" in später Zeit als Werkslokomotive.
T 2 Nr. 243 „HYÄNE“ in später Zeit als Werkslokomotive.

Auch interessant

Die Lokomotive Nr. 11 "SCHWALBE", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794

1896: Personenzuglokomotive

Die Lokomotive Nr. 11 "SCHWALBE", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794
Die Lokomotive Nr. 11 „SCHWALBE“, gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794

Beschreibung der Lokomotiven

Mit den zweifach gekuppelten Lokomotiven konnten die steigenden Zuggewichte und die geforderte höhere Geschwindigkeit bei den Personenzügen genauso wie zuvor bereits bei den Güterzügen nicht mehr bewältigt werden. Dies machte sich durch häufig auftretenden Dampfmangel bemerkbar.

Da inzwischen in Preußen und anderen Ländern gute Erfahrungen mit 2 B-Lokomotiven gemacht wurden, wählte man jetzt auch in Oldenburg diese Achsanordnung. Die im Personenzugdienst lange Zeit beliebteste Bauart 1 B wurde übersprungen. Die neue Bauart der 2 B-n2 Personenzuglokomotive hatte große Ähnlichkeit mit der preußischen P 4, der sie auch in den Hauptabmessungen gleicht. Entsprechend den oldenburgischen Betriebsanforderungen fiel sie jedoch wegen einer kleineren Rostfläche (1,92 qm gegenüber 2,27 qm) und der damit kürzeren Feuerbüchse sowie einem geringeren Achsstand (2.150 mm gegenüber 2.600 mm) etwas schwächer aus.

Im Jahre 1896 wurden zunächst 5 Maschinen bei der HANOMAG bestellt. Auch diese Lokomotiven wurden noch ohne Dampfdom beschafft, statt dessen befand sich im Langkessel ein Dampfsammelrohr. Der Regler befand sich wiederum in der Rauchkammer. Die Flachschieber einfacher Bauart, mit denen die Maschinen zunächst ausgerüstet waren, wurden bald durch entlastete Flachschieber ersetzt.

Trotz der kleineren Abmessungen war die Lokomoive recht leistungsfähig. Sie beförderte 368 t schwere Züge in der Ebene noch mit 68 km/h und reichte reichte somit für den Dienst im Schnell- und Personenzugdienst auf den oldenburgischen Strecken voll aus.

Bis zum Jahre 1902 wurden noch weitere 14 Maschinen beschafft, von der Deutschen Reichsbahn wurden alle 19 in die Reihe 36.12 übernommen. Die Maschinen versahen noch bis Ende der 20er Jahre ihren Dienst, bevor die letzte 1931 ausgemustert wurde.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2
Baujahr1896 – 1902
Länge über Puffer15213 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche1,92 qm
Heizfläche119,5 qm
Kesselüberdruck12 bar
Leergewicht40 t
Dienstgewicht45,2 t
Reibungsgewicht27,4 t
Tender3 T 12

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag27901896107ADLER 36 1201ausgemustert 1927
Hanomag27911896108FALKE 36 1202ausgemustert 1930
Hanomag27921896109REIHER 36 1203ausgemustert 1928
Hanomag27931896110MÖWE 36 1204
Hanomag27941896111SCHWALBE36 1205ausgemustert 1930
Hanomag30281897116SCHWAN 36 1206
Hanomag32061899129HABICHT 36 1207
Hanomag32071899130SPERBER 36 1208
Hanomag34141900131GEIER 36 1209
Hanomag34151900132CONDOR 36 1210ausgemustert 1931
Hanomag34161900133BUSSARD 36 1211ausgemustert 1930
Hanomag34171900134WEIH 36 1212
Hanomag36101901139KRANICH 36 1213ausgemustert 1931
Hanomag36111901140RABE 36 1214ausgemustert 1930
Hanomag36121901141DOHLE 36 1215ausgemustert 1930
Hanomag36131901142ELSTER 36 1216ausgemustert 1927
Hanomag36471901143HÄHER 36 1217ausgemustert 1930
Hanomag36481901144KIBITZ 36 1218ausgemustert 1931
Hanomag38721902150TAUBE 36 1219

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.1 Nr. 132 "CONDOR" als Reichsbahnlok mit der Nummer 36 1210.
P 4.1 Nr. 132 „CONDOR“ als Reichsbahnlok mit der Nummer 36 1210.
P 4.1 Nr. 132 "CONDOR" zu Reichbahn-Zeiten in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 132 „CONDOR“ zu Reichbahn-Zeiten in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 140 "RABE" im Betriebswerk in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 140 „RABE“ im Betriebswerk in Oldenburg.

Auch interessant