1917: Schnellzuglokomotive

1917: SCHNELLZUGLOKOMOTIVE

S 10 (1 C 1-HSL-(LV)), Baureihe 16.0

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

Beschreibung der Lokomotiven

Ein starkes Anwachsen des Verkehrs auf den Hauptstrecken nach 1914 machte die Beschaffung einer dreifach gekuppelten Schnellzuglokomotive erforderlich. Wegen der geringen Achsfahrmasse von 15-16 t konnte man nicht auf eine bewährte preußische Bauart zurückgreifen. Nach den Entwürfen Ranafiers wurde bei HANOMAG eine Schnellzuglokomotive mit der bei dieser Gattung eher seltenen Achsfolge 1 C 1 entwickelt und in nur drei Exemplaren geliefert.

Bei dieser ersten oldenburgischen Heißdampflokomotive kam wegen der billigeren Unterhaltung ein Zwillingstriebwerk mit Lentz-Vetilsteuerung zur Anwendung. Die Laufachsen waren als Adamsachsen ausgeführt, die Spurkränze der Treibräder um 10 mm geschwächt. Äußerlich auffällig ist ein gewisses Mißverhältnis zwischen den Abmessungen von Kessel und Laufwerk. Dies ergab sich aus der Forderung nach der Achsfahrmasse von maximal 15 t. Wegen der besseren Gewichtsverteilung mußte die hintere Laufachse weiter zurückgesetzt werden. Hieraus ergab sich ein unruhiger Lauf besonders bei Geschwindigkeiten zwischen 70 und 100 km/h.

Im Betrieb bereitete auch die zunächst eingebaute Stahlfeuerbüchse Probleme. Die Rohre an der Feuerbüchsrohrwand waren nicht dicht. Auch kupferne Rohrvorschuhe und selbst eine später eingebaute kupferne Feuerbüchse brachte keine Verbesserung.

Am 24. Januar 1917 verließ die Lokomotive Nr. 266 "BERLIN" als 8.000ste Lokomotive festlich geschmückt in den oldenburger Landesfarben die Werkhallen der HANOMAG. Die Lokomotiven der Gattung S 10 waren die letzte selbständige und zugleich kostspieligste Entwicklung der Oldenburgischen Staatsbahn. Alle drei Lokomotiven wurden von der DRG übernommen und als einzige Vertreter ihrer Art in die Baureihe 16 eingestellt. Nach insgesamt nur 10 Betriebsjahren schieden sie jedoch bereits 1926 wieder aus dem Dienst aus.

Technische Daten der Lokomotiven

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen S 10 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Skizze der oldenburgischen S 10
Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Schnittzeichnungen der S 10 Nr. 266 "BERLIN"

Schnittzeichnungen der S 10 Nr. 266 "BERLIN"

Weitere Bilder der Lokomotiven

Die Lokomotive Nr. 266 "BERLIN", gebaut 1916 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 8000

Die Lokomotive Nr. 266 "BERLIN", gebaut 1916 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 8000

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.

S 10 Nr. 266 "BERLIN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.

Kessel und Rahmen der Nr. 266 "BERLIN" ind den Werkshallen bei Hanomag.

Kessel und Rahmen der Nr. 266 "BERLIN" ind den Werkshallen bei Hanomag.

Kessel und Fahrwerk der Nr, 266 "BERLIN" kurz vor dem Zusammenfügen.

Kessel und Fahrwerk der Nr, 266 "BERLIN" kurz vor dem Zusammenfügen.

Die oldenburgische S 10 Nr. 266 "Berlin" bei der Übergabe an die G.O.E. in Hannover.

Die oldenburgische S 10 Nr. 266 "Berlin" bei der Übergabe an die G.O.E. in Hannover.

S 10 Nr. 266 "BERLIN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.

S 10 Nr. 266 "BERLIN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.

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1925 - Hanomag Nachrichten 138-139
1925 wurde von Oberregierungsbaurat a.D. Arzt in einer Doppelfolge der Hanomag-Nachrichten über die Betriebsmittel der G.O.E. berichtet. Enthalten ist eine Beschreibung aller Lokomotiven von 1866 (Baulokomotiven) bis 1921.
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