Juni 1869 – Besuch des Königs von Preußen und Einweihung Wilhelmshaven

Zeitungsfund zum 17. Juni 1869

Am 17. Juni 1969 wurde ich geboren aus diesem Anlass habe ich in alten Zeitungen geblättert, was sich vor 100 Jahren in Oldenburg bezüglich der Eisenbahn getan hat.

Relativ schnell bin ich dann über die Ankündigung eines Sonderzuges am 17. Juni gestolpert, der nach Heppens und zurück eingesetzt werden sollte. An diesem Tage war der König von Preußen dort, um den neuen Kriegshafen Wilhelmshaven einzuweihen. Ich hab mich dann noch ein bisschen weiter auf die Suche gemacht und viele Informationen sowohl über die Einweihung als auch den Besuch des Königs in Oldenburg erfahren.


Die Ankündigung des Sonderzuges

In der Ausgabe der „Nachrichten für Stadt und Land“ vom 16. Juni 1869 findet sich dieser Sonderfahrplan:

Fahrplan des Sonderzuges nach Heppens und zurück
Fahrplan des Sonderzuges nach Heppens und zurück

Die ganze Zeitung ist bei der Landesbibliothek Oldenburg digitalisiert und kann dort eingesehen oder als PDF heruntergeladen werden.


Ein bedeutender Besuch im Jahr 1869

Am 19. Juni 1869 berichtete die „Nachrichten für Stadt und Land“ ausführlich über den Besuch von König Wilhelm I. in Oldenburg. Schon damals war dieses Ereignis etwas ganz Besonderes, auf das viele Menschen lange gewartet hatten. Der Besuch wurde als wichtig für die Region und ganz Deutschland gesehen. Die Menschen hofften auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den deutschen Staaten. Insgesamt zeigt der Bericht, wie groß die Begeisterung und Bedeutung dieses Besuchs für die damalige Zeit war.

Festlicher Empfang in Bremen

Vor seinem Besuch in Oldenburg war der König in Bremen. Dort wurde er mit großen Festen empfangen. Die Stadt war festlich geschmückt und es gab Musik, Veranstaltungen und ein großes gemeinsames Essen. Viele Menschen wollten damit ihre Unterstützung und ihren Respekt zeigen. Auch wenn manches sehr aufwendig war, stand vor allem die Freude über den Besuch im Vordergrund. Der König bedankte sich bei den Menschen und betonte, dass gemeinsames Handeln wichtig für den Erfolg ist.

Ankunft und Empfang in Oldenburg

In Oldenburg wurde der König herzlich empfangen. Am Bahnhof warteten wichtige Persönlichkeiten wie der Großherzog sowie viele Bürgerinnen und Bürger. Obwohl die Feier eher einfach gehalten war, war die Stimmung sehr freundlich und festlich. Der König zeigte sich offen und nahbar, was bei den Menschen gut ankam. Viele waren beeindruckt davon, wie fit und präsent er trotz seines Alters wirkte. Der Empfang machte deutlich, wie sehr sich die Bevölkerung über seinen Besuch freute.

Der König und Bismarck im Mittelpunkt

Neben dem König wurde besonders Otto von Bismarck beachtet, ein wichtiger Politiker der damaligen Zeit. Viele Menschen versuchten, ihn zu sehen, und er zog große Aufmerksamkeit auf sich. Der Artikel beschreibt ihn als eine beeindruckende Persönlichkeit, die eine wichtige Rolle in der Politik spielte. Für viele stand er als Symbol für Veränderungen in Deutschland und für den Weg hin zu mehr Einheit zwischen den deutschen Staaten.

Die große Militärparade

Ein Höhepunkt des Besuchs war eine große Militärparade. Soldaten präsentierten sich in geordneten Reihen und zeigten ihre Disziplin. Obwohl es stark regnete, verfolgten viele Menschen die Parade bis zum Ende. Das Wetter konnte die Stimmung nicht trüben. Besonders bekannte Persönlichkeiten wie Bismarck wurden vom Publikum begeistert erkannt. Die Parade war ein eindrucksvolles Ereignis und zeigte die Stärke und Organisation des Militärs.

Feierlichkeiten am Abend

Am Abend wurde weiter gefeiert. Es gab Musik, einen traditionellen Zapfenstreich und viele Menschen versammelten sich auf den Straßen. Die Stimmung war sehr lebhaft, und immer wieder wurde dem König und dem Großherzog zugejubelt. Auch Bismarck sprach kurz zu den Menschen und bedankte sich für die Unterstützung. Die Begeisterung war so groß, dass es manchmal schwierig war, die Menschenmenge ruhig zu halten. Trotzdem blieb der Abend ein positives Erlebnis.

Weiterreise und Bedeutung des Besuchs

Am nächsten Morgen reiste der König weiter nach Heppens. Dort wurde ein neuer Hafen eingeweiht. Der König gab ihm den Namen „Wilhelmshaven“. Das war ein besonderes Zeichen, denn damit wurde der Ort enger mit dem König verbunden. Gleichzeitig zeigte diese Entscheidung, wie wichtig der Hafen für die Zukunft war. Der Besuch endete damit nicht nur feierlich, sondern hatte auch eine langfristige Bedeutung für die Entwicklung der Region.

Bericht über den Besuch des Königs von Preußen
Bericht über den Besuch des Königs von Preußen
Fortsetzung des Berichtes über den Besuch des Königs von Preußen
Fortsetzung des Berichtes über den Besuch des Königs von Preußen

Auch diese Ausgabe ist bei der Landesbibliothek Oldenburg digitalisiert und kann dort eingesehen oder als PDF heruntergeladen werden.


Einweihung des Kriegshafens und Namensgebung „Wilhelmshaven“

In der Zeitschrift „Ueber Land und Meer“ Nr. 46 aus dem August 1869 wird über die Einweihung des Hafens berichtet. Zu finden ist diese bei der Bayrischen Staatsbibliothek / digiPress. Ich gebe hier eine Zusammenfassung wieder:

Ein neuer Hafen entsteht

Der Hafen von Heppens, später Wilhelmshaven, wurde als bedeutendes Bauprojekt an der Nordseeküste angelegt. Ziel war es, einen modernen Marine- und Handelshafen zu schaffen und die Region wirtschaftlich und militärisch zu stärken. Bereits während der Bauzeit war absehbar, dass hier eine neue Stadt entstehen würde, die eng mit dem Hafen verbunden ist. Der Bau begann 1857 und verschlang hohe Summen, was seine große Bedeutung unterstreicht.

Technik und Aufbau

Die Hafenanlage beeindruckte durch ihre Größe und moderne Bauweise. Sie umfasste Schleusen, Kanäle, Vorhafen und ein großes Hauptbecken. Dazu kamen Werften, Docks und Schuppen für den Schiffbau. Schutz vor Sturmfluten boten Deiche, Molen und Flutbrecher. Beim Bau wurden Materialien aus verschiedenen Regionen Europas verwendet. Auch moderne Technik wie Dampfmaschinen kam zum Einsatz, etwa für Pumpen und Bauarbeiten.

Nutzung des Hafens

Der Hafen wurde so gebaut, dass er möglichst flexibel nutzbar ist. Auch bei Ebbe konnten viele Schiffe ein- und auslaufen, während größere Schiffe vor allem bei Hochwasser Zugang hatten. Damit eignete sich der Hafen sowohl für militärische als auch für wirtschaftliche Zwecke und war ein wichtiger Schritt für den Ausbau der deutschen Seefahrt.

Die feierliche Namensgebung

Am 17. Juni besuchte König Wilhelm die Anlage, um sie feierlich einzuweihen. In einer Zeremonie erhielt der Hafen und die entstehende Stadt ihren neuen Namen: „Wilhelmshaven“. Der Hafen wurde dabei als bedeutendes Geschenk Preußens an den Norddeutschen Bund dargestellt und als Symbol für Fortschritt und Stärke verstanden.

Ein großes Ereignis

Die Einweihung wurde mit großem Aufwand gefeiert. Kanonenschüsse und internationale Kriegsschiffe begleiteten den Empfang des Königs. Es gab Reden zur Bedeutung des Projekts, Besichtigungen der Anlagen und ein gemeinsames Festessen. Außerdem wurde der Grundstein für eine Kirche gelegt. Die Feier zeigte eindrucksvoll, welchen Stellenwert der neue Hafen hatte.

Bedeutung für die Zukunft

Der neue Hafen galt als Symbol für die Zukunft Deutschlands. Er sollte nicht nur die Marine stärken, sondern auch das Wachstum einer neuen Stadt fördern. Die Erwartungen waren hoch: Wilhelmshaven wurde als aufstrebender Ort mit großer Bedeutung für Wirtschaft, Militär und nationale Entwicklung gesehen.

Bericht über die Einweihungs des Kriegshafens Wilhelmshaven
Bericht über die Einweihungs des Kriegshafens
Bild zu dem Bericht über die Einweihung
Bild zu dem Bericht über die Einweihung

Zur Namensgebung der Stadt Wilhelmshaven

Noch Mitte Juni 1869 stand auch die Frage im Raum, welchen Namen der neue Kriegshafen tragen sollte. Dabei ging es nicht nur um eine einfache Bezeichnung, sondern um Symbolik und politische Wirkung.

Ursprünglich bestand die Idee, den Hafen nach seinem Gründer zu benennen. In diesem Zusammenhang wurde der Name „Zollern am Meer“ vorgeschlagen – ein Verweis auf das Herrscherhaus der Hohenzollern. Eine endgültige Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht getroffen.

Im Verlauf der Diskussion zeigte sich jedoch Widerstand gegen diesen Vorschlag. Der König äußerte Bedenken, da ein solcher Name zu stark mit Preußen und der Dynastie der Hohenzollern verbunden wäre. Für einen wichtigen Bundeshafen erschien ein derart spezifischer Bezug politisch nicht passend.

Stattdessen setzte sich ein anderer Name durch: „Wilhelmshaven“. Dieser wurde als geeigneter angesehen, da er eine übergreifendere Bedeutung hatte und zugleich auf die damalige politische Führung des Norddeutschen Bundes anspielte.

So wurde schließlich nicht „Zollern am Meer“, sondern „Wilhelmshaven“ zum Namen des bedeutenden deutschen Kriegshafens.

Notiz in den "Nachrichten für Stadt und Land" vom 16. Juni 1869
Notiz in den „Nachrichten für Stadt und Land“ vom 16. Juni 1869
Eine weitere Notiz aus der "Kölnische Zeitung" vom 21. Juni 1869
Eine weitere Notiz aus der „Kölnische Zeitung“ vom 21. Juni 1869

Die „Kölnische Zeitung“ findet sich digitalisiert im Deutschen Zeitungsportal.

Der neue Kriegshafen in Wilhelmshaven

In der „Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure“ Heft 6 vom Juni 1870 findet sich eine Beschreibung des Hafens mit einer Skizze, die ich hier zum Abschluss dieses Artikels zeige.

Plan des Kriegshafens von 1870
Plan des Kriegshafens von 1870

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