Die P 8 Nr. 291, spätere 38 3391

1922: Personenzuglokomotive

Die P 8 Nr. 291, spätere 38 3391
Die P 8 Nr. 291, spätere 38 3391

Beschreibung der Lokomotiven

Im Jahre 1922 sollten noch einige Lokomotiven der preußischen Gattung P 8 für den Personenzugdienst beschafft werden. Wie in Oldenburg üblich, wurden sie mit der Lentz-Ventilsteuerung bei der HANOMAG bestellt. Da die Lokomotiven aber dringend benötigt wurden, wurde die Lieferung an Oldenburg vorgezogen und fünf Maschinen aus einer für Preußen bestimmten Lieferung herausgelöst. Diese Lokomotiven waren mit normaler Kolbenschiebersteuerung ausgerüstet. Somit waren sie die ersten Maschinen rein preußischer Bauart ohne jegliche oldenburgische Besonderheit.

Seit 1906 wurde die P 8 für die Preußische Staatsbahn und auch für andere Bahnverwaltungen gebaut. Im harten Betriebsdienst bewährten sie sich mit wachsendem Erfolg.

Mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h stand für oldenburgische Verhältnisse eine außerst leistungsfähige Maschine zur Verfügung, die nicht nur im Personenzugdienst, sondern gelegentlich auch vor schweren Schnellzügen eingesetzt werden konnte, wo sie nie enttäuschte.

Von der Deutschen Reichsbahn wurden alle fünf Lokomotiven übernommen. Nachdem eine der Lokomotiven 1942 im Krieg verloren ging, wurden die anderen vier erst 1963/64 nach über 40 Betriebsjahren ausgemustert.
Mit der Lieferung der fünf P 8 endete die selbständige Beschaffung von Lokomotiven der Oldenburgischen Staatsbahn vor dem endgültigen Übergang auf die Deutsche Reichsbahn. In den fast 55 Jahren ihres Bestehens hatte die G.O.E. 294 Maschinen in Dienst gestellt. In den vorläufigen Umzeichnungsplan von 1923 wurden 198 von ihnen aufgenommen, tatsächlich umgezeichnet wurden dan im Jahre 1925 noch 157 Stück.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart?
Baujahr?
Länge über Puffer? mm
Höchstgeschwindigkeit? km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser? mm
Laufraddurchmesser vorn? mm
Laufraddurchmesser hinten? mm
Zylinderdurchmesser? mm
Kolbenhub? mm
Rostfläche? qm
Heizfläche? qm
Kesselüberdruck? bar
Leergewicht? t
Dienstgewicht? t
Reibungsgewicht? t
Tender?-achsig

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 8 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 8 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag9680192229038 3390ausgemustert 1962
Hanomag9681192229138 3391ausgemustert 1963
Hanomag9682192229238 3392ausgemustert 1942
Kriegsverlust
Hanomag9683192229338 3393ausgemustert 1962
Hanomag9684192229438 3394ausgemustert 1963

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Die Heizerseite der P 4.2 Nr. 190 "NEPTUN", gebaut 1909
Die Heizerseite der P 4.2 Nr. 190 „NEPTUN“, gebaut 1909

Beschreibung der Lokomotiven

Diese Type ist ein Nachbau der Personenzuglokomotive aus dem Jahre 1907. Sie besitzt jedoch eine wesentliche Neuerung, die Lentz-Ventilsteuerung anstelle der Flachschiebersteuerung.

Mit dieser Art der Steuerung wurden ab 1909 bedingt durch die guten Erfahrungen im Betriebsdienst alle Schlepptender- und auch einige Tenderlokomotiven ausgerüstet. Die Ausführung der Steuerung wurde nach Vorschlägen des Direktionsmitgliedes Ranafier verändert. Unter anderem wurde nicht wie bei anderen Bahnen nur der Hochdruckzylinder, sonder Hoch- und Niederdruckzylinder mit der Ventilsteuerung ausgerüstet. Erstmals kam auch die Anfahrvorrichtung Bauart Ranafier zur Verwendung.

Da die gleichen Maschinen auch mit Flachschiebersteuerung im Betrieb waren, ließen sich direkte Vergleiche anstellen. Hierbei zeigte sich, daß die Ventillokomotiven etwa 10% mehr Leistung bei gleichem Kohlen- und Wasserverbrauch brachten.

Äußerlich fielen die Lokomotiven durch den treppenförmigen Umlauf auf, der durch die Ventilsteuerung erforderlich wurde. Die Luftpumpe für die Westinghousebremse ist bei dieser Lokomotive erstmals als Verbundpumpe mit Rippenkühlung ausgeführt.

Gegenüber der Lieferung von 1907 wurden Verstärkungen an den Rahmenverstrebungen, insbesondere im Bereich der Zylinder, vorgenommen. Hierdurch erhöhte sich das Gewicht geringfügig. Unverändert übernommen wurden die Rauchverbrennung Bauart Staby mit dem scheinbaren zweiten Dom vor dem Führerhaus, der Verbinderdampftrockner Bauart Ranafier, die Dampfstrahlpumpen Bauart Friedemann und die Lentz’schen Preßluftsandstreuer.

Die drei gebauten Maschinen wurden von der Reichsbahn zusammen mit denen von 1907 in die Reihe 36.12 übernommen. Bis 1927 taten sie noch Dienst bevor sie ausgemustert wurden.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1909
Länge über Puffer17461 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460/680 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche119,4 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht48,4 t
Dienstgewicht53,9 t
Reibungsgewicht30,5 t
Tender2’2′ T 20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag54081909188SATURN36 1256ausgemustert 1929
Hanomag54091909189URANUS36 1257
Hanomag54101909190NEPTUN36 1258ausgemustert 1929

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.2 Nr. 190 "NEPTUN", gebaut 1909
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Beschreibung der Lokomotiven

Nach der Jahrhundertwende erwies sich die Beschaffung einer Tenderlokomotive mit einer höheren zulässigen Höchstgeschwindigkeit als dringend notwendig. Die vorhandenen Tenderlokomotiven waren nicht für den hochwertigen Personenzugdienst einsetzbar, da sie nicht schneller als 50 km/h waren. Lokomotiven mit Schlepptender aber konnten wegen fehlender Drehscheiben nicht überall eingesetzt werden. Wie bei den Personenzuglokomotiven mit Schlepptender übersprang die oldenburgische Staatsbahn auch bei den Tenderlokomotiven die 1 B-gekuppelte Bauart. Man ging hier von der B Tenderlokomotive zur 1 B 1 Lok über. Als Vorbild diente wieder eine preußische Bauart, die Gattung T 5, die auch fast unverändert übernommen wurde.
Diese Maschinen, die sich auf der Berliner Stadtbahn gut bewährte, schien auch für die oldenburger Strecken mit ihrem schwachen Oberbau geeignet. Trotz der Erfolge der Krauß-Helmholtz-Drehgestelle bei anderen Bahnverwaltungen wurde jedoch an der überholten Bauart mit Adamsachsen festgehalten. Dies und der weit über die erste Achse hinausreichende Wasserkasten verursachten einen unruhigen Lauf, den man durch einen vergrößerten Radstand und verstärkte Rückstellfedern auszugleichen versuchte, was jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führte.

Ab 1911 wurden die Maschinen mit höherer Kessellage geliefert. Außerdem wurden die Bremsklötze nun zweckmäßiger auf Achsmitte angeordnet. Aber auch die letzten Lieferungen aus dem Jahr 1921 wurden noch mit Adamsachsen ausgeführt.

Alle 20 Maschinen wurden von der Reichsbahn in den Umzeichnungsplan von 1925 übernommen. Sie konnten sich aber nur noch wenige Jahre halten und wurden bis 1930 ausgemustert.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart1’B1′-n2
Baujahr1907 – 1921
Länge über Puffer11685 mm
Höchstgeschwindigkeit75 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1600 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten1000 mm
Zylinderdurchmesser430 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche1,56 qm
Heizfläche100,68 qm
Kesselüberdruck12 bar
Leergewicht42,0 t
Dienstgewicht53,6 t
Reibungsgewicht30,0 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 5.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen T 5.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag50011907185JEVER71 401?
Hanomag50021907186VAREL71 402ausgemustert 1927
Hanomag50031907187DELMENHORST71 403ausgemustert 1928
Hanomag56111909207BRAKE71 404ausgemustert 1930
Hanomag56121909208ELSFLETH71 405ausgemustert 1931
Hanomag62181911216N0RDENHAM71 406ausgemustert 1932
Hanomag62191911217VECHTA71 407ausgemustert 1933
Hanomag62201911218CLOPPENBURG71 408ausgemustert 1929
Hanomag65171912226RÜSTRINGEN71 409ausgemustert 1930
Hanomag65181912227WESTERSTEDE71 410ausgemustert 1930
Hanomag65191912228WILDESHAUSEN71 411ausgemustert 1930
Hanomag66361912236FRISOYTHE71 412ausgemustert 1930
Hanomag73151914256HEPPENS71 413ausgemustert 1930
Hanomag73161914257BANT71 414ausgemustert 1930
Hanomag73171914258NEUENDE71 415ausgemustert 1930
Hanomag85331918269EVERSTEN71 416ausgemustert 1930
Hanomag85341918270BÜRGERFELD71 417ausgemustert 1930
Hanomag85351918271OHMSTEDE71 418ausgemustert 1930
Hanomag95621921279DONNERSCHWEE71 419ausgemustert 1930
Hanomag95631921280NADORST71 420ausgemustert 1930

Weitere Bilder der Lokomotiven

Aus der ersten Lieferung dieser Lokomotiven 1907 stammt die Nummer 186 "VAREL", die bis 1927 im Einsatz war.
Aus der ersten Lieferung dieser Lokomotiven 1907 stammt die Nummer 186 „VAREL“, die bis 1927 im Einsatz war.
Die ehemalige T 5.1 226 "RÜSTRINGEN" als Reichbahn 71 409 mit einigen Bediensteten am BW Oldenburg.
Die ehemalige T 5.1 226 „RÜSTRINGEN“ als Reichbahn 71 409 mit einigen Bediensteten am BW Oldenburg.
T 5.1 Nr. 280 "NADORST" erhielt bei der Reichsbahn die Nummer 71 420.
T 5.1 Nr. 280 „NADORST“ erhielt bei der Reichsbahn die Nummer 71 420.
T 5.1 Nr. 279 "DONNERSCHWEE" in Oldenburg mit der Reichsbahnnummer 71 419.
T 5.1 Nr. 279 „DONNERSCHWEE“ in Oldenburg mit der Reichsbahnnummer 71 419.
T 5.1 Nr. 218 "CLOPPENBURG" gebaut 1911 bei Hanomag.
T 5.1 Nr. 218 „CLOPPENBURG“ gebaut 1911 bei Hanomag.
T 5.1 Nr. 218 "CLOPPENBURG" aus der Serie von 1911 auf einer weiteren Ansichtskarte von Hanomag.
T 5.1 Nr. 218 „CLOPPENBURG“ aus der Serie von 1911 auf einer weiteren Ansichtskarte von Hanomag.
Lokomotivzug der Hanomag auf dem Werksgelände, in der Mitte zwei oldenburgische Tenderlokomotiven.
Lokomotivzug der Hanomag auf dem Werksgelände, in der Mitte zwei oldenburgische Tenderlokomotiven.

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Die Lokomotive Nr. 178 "JUPITER", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000

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Die Lokomotive Nr. 178 "JUPITER", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000
Die Lokomotive Nr. 178 „JUPITER“, gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5000

Beschreibung der Lokomotiven

Die ab 1896 gebauten 2 B Personenzuglokomotiven waren mit einfacher Dampfdehnung ausgerüstet. Im Jahre 1907 beschaffte man diese nun wie zuvor bereits die Schnellzuglokomotive mit Verbundtriebwerk. Waren die älteren Maschinen der preußischen P 4 ähnlich, aber schwächer als diese ausgeführt, so wurden die neuen Lokomotiven mit annähernd gleicher Leistung übernommen.

Alle Maschinen waren mit einer Anfahrvorrichtung Bauart Lindner und dem für Verbundtriebwerke in Oldenburg typischen Verbinderdampftrockner Bauart Ranafier ausgerüstet. Dieser besteht im Wesentlichen aus einem Bündel u-förmig gebogener Rohre, die in der Rauchkammer die Verbindung zwischen Hoch- und Niederdruckzylinder herstellen. Statt eines großen sind also viele kleine Rohre verwendet worden, die in der Rauchkammer vom heißen Rauch umspült und dadurch beheizt werden. So wurde einerseits eine genügende Trocknung des Dampfes erzielt, andererseits bildete sie einen wirksamen Funkenschutz, da glühende Kohlenteilchen von dem Rohrbündel aufgefangen wurden.

Auch diese Lokomotiven waren mit einer Staby-Rauchverbrennung ausgerüstet, der scheinbare zweite Dom vor dem Führerhaus gehörte zu dieser. Weiterhin gehörte zu der Ausrüstung ein Pressluftsandstreuer Bauart Lentz und Dampfstrahlpumpen Bauart Friedemann. Die Maschinen dieser Lieferung waren noch mit der entlasteten Flachschiebersteuerung ausgerüstet. Alle weiteren Personen-, Schnell- und Güterzuglokomotiven wurden nur noch mit Lentz-Ventilsteuerung beschafft.

Die letzte Maschine aus dieser Lieferung, die Bahnnummer 178 „JUPITER“, wurde am 15. Juni 1907 als die 5.000ste Lokomotive der HANOMAG feierlich an die G.O.E. übergeben.

Die Verbund-Lokomotiven waren den bis dahin verwendeten Zwillings-Maschinen weit überlegen. Sie wurden alle in den Bestand der Reichsbahn übernommen, jedoch zwischen 1927 und 1929 ausgemustert.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2v
Baujahr1909
Länge über Puffer17461 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460/680 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche2,27 qm
Heizfläche119,4 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht48,4 t
Dienstgewicht53,9 t
Reibungsgewicht30,5 t
Tender2’2′ T 20

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.2 in den unterschiedlichen Ausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag49961907174MERCUR36 1251ausgemustert 1929
Hanomag49971907175VENUS36 1252ausgemustert 1928
Hanomag49981907176ERDE36 1253ausgemustert 1927
Hanomag49991907177MARS36 1254ausgemustert 1929
Hanomag50001907178JUPITER36 1255ausgemustert 1927

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.2 Nr. 178 "JUPITER" im Betriebswerk
P 4.2 Nr. 178 „JUPITER“ im Betriebswerk

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Die Lokomotive Nr. 195 "GIMPEL", gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415

1898: Tenderlokomotive für Nebenbahnen

Die Lokomotive Nr. 195 "GIMPEL", gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415
Die Lokomotive Nr. 195 „GIMPEL“, gebaut 1909 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5415

Beschreibung der Lokomotiven

Durch erhöhte Anforderungen sowohl im Verschiebedienst als auch auf den Nebenbahnen war die Oldenburgische Eisenbahnverwaltung im Jahre 1898 erstmalig gezwungen, C-gekuppelte Tenderlokomotiven zu beschaffen.
Als Vorbild dienten die preußischen T 3, jedoch waren die oldenburgischen Maschinen etwas kräftiger gebaut. Bei einem Dienstgewicht von 33 t ergab sich eine Kuppelachsfahrmasse von 11 t. Offensichtlich wurde eine mittlere Achsfahrmasse von 14 t bei den B-Kupplern als zu hoch für den schwachen Oberbau empfunden. In Kessel- und Zylinderabmessungen waren die neuen Lokomotiven den zweifachgekuppelten nicht überlegen, doch bot der geringere Achsdruck gewisse Vorteile.

Die Maschinen wurden wiederum der Tradition entsprechend ohne Dampfdom und mit dem Regler in der Rauchkammer geliefert. Noch im Jahre 1909 wurden drei Lokomotiven fast unverändert nachbeschafft. Alle Lokomotiven erhielten eine Westinghouse- Luftdruckbremse, die für den Dienst auf Nebenbahnen vorgesehenen zusätzlich noch eine Heberlein-Bremseinrichtung und ein Dampfläutewerk. Die im Jahre 1909 gelieferten Maschinen hatten eine kleinere Rostfläche; sie waren ausschließlich für den Rangierdienst vorgesehen.
Die Tenderlokomotiven waren die ersten, die das Eigentumszeichen der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn, das oldenburgische Staatswappen mit der Unterschrift G.O.E. trugen.

Die Deutsche Reichsbahn übernahm alle Maschinen noch in den vorläufigen Umzeichnungsplan, zu Umzeichnung ist es dann aber nicht mehr gekommen. Eine der Lokomotiven kam 1918 an die Kleinbahn Zwischenahn-Edewecht, von hier gelangte sie 1935 als Werkslokomotive an die Klöckner-Werke. Eine weitere kam ebenfalls als Werkslokomotive an die Zuckerfabrik Östrum.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartC-n2
Baujahr1898 – 1909
Länge über Puffer8300 mm
Höchstgeschwindigkeit45 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1100 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser340 mm
Kolbenhub550 mm
Rostfläche1,35 qm
Heizfläche59,1 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht24,7 t
Dienstgewicht33,0 t
Reibungsgewicht33,0 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen T 3 in unterschiedlichen Bauausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen T 3 in unterschiedlichen Bauausführungen. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag32001898123SPECHT98 201
Hanomag32011898124STAAR98 202? an Kleinbahn Zwischenahn – Edewecht
1935 an Fa. Klöckner
Hanomag32021898125FINK98 203
Hanomag32031899126SPATZ98 204
Hanomag32041899127DROSSEL98 205
Hanomag32051899128WACHTEL98 206
Hanomag34181900135AMSEL98 207
Hanomag34191900136LERCHE98 208
Hanomag34201900137ZEISIG98 209
Hanomag34211900138MEISE98 210
Hanomag36141901145AMMER98 211
Hanomag36151901146STIEGLITZ98 212
Hanomag54141909194SPERLING98 213
Hanomag54151909195GIMPEL98 214
Hanomag54161909196HÄNFLING98 215? Werklok Carl Halbach KG (Bernbruch)
ausgemustert nach 1961

Weitere Bilder der Lokomotiven

T 3 Nr. 124 "STAAR", 1919 kam sie an die Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht, 1935 an Klöckner
T 3 Nr. 124 „STAAR“, 1919 kam sie an die Kleinbahn Zwischenahn – Edewecht, 1935 an Klöckner
T 3 Nr. 124 "STAAR" sollte bei der Reichsbahn die Nummer 98 202 erhalten, dazu kam es jedoch nicht mehr.
T 3 Nr. 124 „STAAR“ sollte bei der Reichsbahn die Nummer 98 202 erhalten, dazu kam es jedoch nicht mehr.
T 3 Nr. 124 "STAAR" wartet auf den nächsten Einsatz
T 3 Nr. 124 „STAAR“ wartet auf den nächsten Einsatz
Die Nr 135 „AMSEL“ im Bahnhof Carolinensiel. Die Maschine kam später zu Zuckerfabrik Östrum.
Die Nr 135 „AMSEL“ im Bahnhof Carolinensiel. Die Maschine kam später zu Zuckerfabrik Östrum.

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Die Lokomotive Nr. 11 "SCHWALBE", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794

1896: Personenzuglokomotive

Die Lokomotive Nr. 11 "SCHWALBE", gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794
Die Lokomotive Nr. 11 „SCHWALBE“, gebaut 1896 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 2794

Beschreibung der Lokomotiven

Mit den zweifach gekuppelten Lokomotiven konnten die steigenden Zuggewichte und die geforderte höhere Geschwindigkeit bei den Personenzügen genauso wie zuvor bereits bei den Güterzügen nicht mehr bewältigt werden. Dies machte sich durch häufig auftretenden Dampfmangel bemerkbar.

Da inzwischen in Preußen und anderen Ländern gute Erfahrungen mit 2 B-Lokomotiven gemacht wurden, wählte man jetzt auch in Oldenburg diese Achsanordnung. Die im Personenzugdienst lange Zeit beliebteste Bauart 1 B wurde übersprungen. Die neue Bauart der 2 B-n2 Personenzuglokomotive hatte große Ähnlichkeit mit der preußischen P 4, der sie auch in den Hauptabmessungen gleicht. Entsprechend den oldenburgischen Betriebsanforderungen fiel sie jedoch wegen einer kleineren Rostfläche (1,92 qm gegenüber 2,27 qm) und der damit kürzeren Feuerbüchse sowie einem geringeren Achsstand (2.150 mm gegenüber 2.600 mm) etwas schwächer aus.

Im Jahre 1896 wurden zunächst 5 Maschinen bei der HANOMAG bestellt. Auch diese Lokomotiven wurden noch ohne Dampfdom beschafft, statt dessen befand sich im Langkessel ein Dampfsammelrohr. Der Regler befand sich wiederum in der Rauchkammer. Die Flachschieber einfacher Bauart, mit denen die Maschinen zunächst ausgerüstet waren, wurden bald durch entlastete Flachschieber ersetzt.

Trotz der kleineren Abmessungen war die Lokomoive recht leistungsfähig. Sie beförderte 368 t schwere Züge in der Ebene noch mit 68 km/h und reichte reichte somit für den Dienst im Schnell- und Personenzugdienst auf den oldenburgischen Strecken voll aus.

Bis zum Jahre 1902 wurden noch weitere 14 Maschinen beschafft, von der Deutschen Reichsbahn wurden alle 19 in die Reihe 36.12 übernommen. Die Maschinen versahen noch bis Ende der 20er Jahre ihren Dienst, bevor die letzte 1931 ausgemustert wurde.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart2B-n2
Baujahr1896 – 1902
Länge über Puffer15213 mm
Höchstgeschwindigkeit90 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1750 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser460 mm
Kolbenhub600 mm
Rostfläche1,92 qm
Heizfläche119,5 qm
Kesselüberdruck12 bar
Leergewicht40 t
Dienstgewicht45,2 t
Reibungsgewicht27,4 t
Tender3 T 12

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 4.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 4.1 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag27901896107ADLER 36 1201ausgemustert 1927
Hanomag27911896108FALKE 36 1202ausgemustert 1930
Hanomag27921896109REIHER 36 1203ausgemustert 1928
Hanomag27931896110MÖWE 36 1204
Hanomag27941896111SCHWALBE36 1205ausgemustert 1930
Hanomag30281897116SCHWAN 36 1206
Hanomag32061899129HABICHT 36 1207
Hanomag32071899130SPERBER 36 1208
Hanomag34141900131GEIER 36 1209
Hanomag34151900132CONDOR 36 1210ausgemustert 1931
Hanomag34161900133BUSSARD 36 1211ausgemustert 1930
Hanomag34171900134WEIH 36 1212
Hanomag36101901139KRANICH 36 1213ausgemustert 1931
Hanomag36111901140RABE 36 1214ausgemustert 1930
Hanomag36121901141DOHLE 36 1215ausgemustert 1930
Hanomag36131901142ELSTER 36 1216ausgemustert 1927
Hanomag36471901143HÄHER 36 1217ausgemustert 1930
Hanomag36481901144KIBITZ 36 1218ausgemustert 1931
Hanomag38721902150TAUBE 36 1219

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 4.1 Nr. 132 "CONDOR" als Reichsbahnlok mit der Nummer 36 1210.
P 4.1 Nr. 132 „CONDOR“ als Reichsbahnlok mit der Nummer 36 1210.
P 4.1 Nr. 132 "CONDOR" zu Reichbahn-Zeiten in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 132 „CONDOR“ zu Reichbahn-Zeiten in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 140 "RABE" im Betriebswerk in Oldenburg.
P 4.1 Nr. 140 „RABE“ im Betriebswerk in Oldenburg.

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Werksaufnahme der Nr. 96 "ELBE"

1894: Personenzuglokomotive

Werksaufnahme der Nr. 96 "ELBE"
Werksaufnahme der Nr. 96 „ELBE“

Beschreibung der Lokomotiven

Nur selten sind in Deutschland B-Lokomotiven mit Tender gebaut worden. Die preußische Eisenbahndirektion Bromberg besaß mit 70 Stück die größte Anzahl dieser Bauart. Außer in Bayern mit 32 Stück waren sonst nur geringe Zahlen bei verschiedenen Bahnen im Betrieb. Diese Lokomotiven dienten jedoch ausschließlich dem Güterverkehr. Die Oldenburgische Staatsbahn war die Einzige in Deutschland, die bis 1894 nur B-Lokomotiven besaß, die auch dem reinen Personenverkehr dienten. Seit 1866 waren insgesamt 54 Stück dieser Bauart beschafft worden. Sie wurde auch beibehalten, als leistungsfähigere Maschinen angeschafft werden mussten, da die Geschwindigkeit einzelner Personenzüge erhöht und gleichzeitig die Züge schwerer wurden. Die neuen Lokomotiven waren jedoch der allgemeinen Entwicklung folgend als Verbundlokomotiven ausgeführt. Es waren die ersten dieser Bauart in Oldenburg.

Die Maschinen ähnelten im Wesentlichen den bisher beschafften; auch sie hatten keinen Dampfdom, sondern ein innenliegendes Dampfsammelrohr. Erstmals waren diese Lokomotiven mit einer Schleifer-Druckluftbremse ausgerüstet, die einseitig von hinten auf die auf die Treibräder wirkte. Auch dies stellte eine Neuerung an oldenburgischen Lokomotiven dar, da bei den bisherigen Maschinen nur die Tenderachsen gebremst waren. Bemerkenswert war die Ausführung der Allan-Steuerung: verschiedene Füllungen in Hoch- und Niederdruckzylinder wurden dadurch erzeugt, dass beim Verlegen der Steuerung die Aufhängebolzen in den Gleitschlitzen durch Gegenlenker bewegt wurden.

Zur Beseitigung der bei dem kurzen Achsstand von 2,68 m bei schneller Fahrt auftretenden Schlingerbewegungen wurden die Tender mit den Lokomotiven durch eine Querkupplung der Bauart Wolff verbunden.
Alle Maschinen waren noch im vorläufigen Umzeichnungsplan der DRG als Baureihe 33.70 enthalten, zu einer endgültigen Umzeichnung kam es jedoch nicht mehr.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartB-n2v
Baujahr1894-1895
Länge über Puffer13459  mm
Höchstgeschwindigkeit75 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1540 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser400/570 mm
Kolbenhub560 mm
Rostfläche1,14 qm
Heizfläche82,1 qm
Kesselüberdruck12,0 bar
Leergewicht24,5 t
Dienstgewicht28,0 t
Reibungsgewicht28,0 t
Tender2 T 10

Skizze der Lokomotiven

Skizze der oldenburgischen P 0 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der oldenburgischen P 0 Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hanomag2625189495RHEIN
Hanomag2626189496ELBE
Hanomag2627189497DONAU
Hanomag2712189598FULDA
Hanomag2713189599WERRA
Hanomag27141895100MAIN
Hanomag27151895101MOSEL

Weitere Bilder der Lokomotiven

P 0 Nr. 100 "MAIN"
P 0 Nr. 100 „MAIN“

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Die oldenburgische T O "FLOTT" auf einer Hanomag Werksaufnahme.

1885: Omnibus-Tenderlokomotive

Die oldenburgische T O "FLOTT" auf einer Hanomag Werksaufnahme.
Die oldenburgische T O „FLOTT“ auf einer Hanomag Werksaufnahme.

Beschreibung der Lokomotiven

Um auf Haupt- und Nebenbahnen mit nur geringem Verkehrsaufkommen häufiger Züge fahren zu lassen, ging man zu Beginn der 80er Jahre dazu über, zwischen den bis dahin verkehrenden Personenzügen besonders leichte, sogenannte „Omnibuszüge“ einzulegen. Anfangs wurden diese Züge mit den vorhandenen B-Tenderlokomotiven bespannt, jedoch waren diese für den Verkehr noch zu unwirtschaftlich und wurden außerdem für den Verschiebedienst dringend benötigt. So wurden die leichten Omnibuslokomotiven, ungekuppelte 1 A Tenderlokomotiven, in Dienst gestellt. Diese Loks sollten Züge aus vier bis fünf leichten Personenwaggons mit 50 bis 60 km/h befördern. Die Betriebskosten konnten durch den Einsatz dieser Maschinen um die Hälfte gesenkt werden.

Die Omnibuslokomotiven waren mit einem durch ein Geländer geschütztes Umlaufblech mit Übergangsbrücken versehen, wodurch sie auch vom Zug aus zugänglich waren. Dies war erforderlich, da bei einmänniger Besetzung der Lokomotive der Zugbegleiter während der Fahrt auf die Lokomotive gelangen konnte und so notfalls den Zug zum Stillstand bringen konnte.

Im Verhältnis zu ihrer Größe hatten die Lokomotiven einen recht großen Achsstand von 3700 mm. Wie auch bei den Tenderlokomotiven der Gattung T 1.2 waren die Führerhausdächer nach vorne und hinten gewölbt. Die Lokomotive Nr. 63 „FLINK“ erhielt zur Vergrößerung der Kohlevorräte und zur Erleichterung der Arbeit des Lokomotivführers eine Schüttfeuerung der Bauart Littrow. Dieser nach unten trichterförmig zulaufende Behälter auf dem Dach des Führerhauses sah recht ungewöhnlich aus; da andere Maschinen nicht damit ausgerüstet wurden, ist anzunehmen, dass die Schüttfeuerung sich nicht bewährte.

Den Maschinen wurden im Betrieb gute Laufeigenschaften bescheinigt. 1917 waren sie noch auf verkehrsarmen Strecken und vor leichten Sonderzügen zu sehen.


Technische Daten der Lokomotiven

Bauart1A-n2
Baujahr1885-1891
Länge über Puffer6500 mm
Höchstgeschwindigkeit60 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser?1210 mm
Laufraddurchmesser vorn1000 mm
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser220 mm
Kolbenhub440 mm
Rostfläche0,52 qm
Heizfläche28,2 qm
Kesselüberdruck12 bar
Leergewicht12,7 t
Dienstgewicht17,6 t
Reibungsgewicht9,2 t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der kleinen Tenderlok. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der kleinen Tenderlok. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hohenzollern383188563FLINK?
Hohenzollern384188564FLOTT?
Hohenzollern385188565FRISCH?
Hohenzollern386188566FIX?
Hohenzollern581189185DROCK?
Hohenzollern582189186HILL?

Weitere Bilder der Lokomotiven

T O Nr. 63 "FLINK" mit Schüttfeuerung der Bauart Littrow
T O Nr. 63 „FLINK“ mit Schüttfeuerung der Bauart Littrow
Die Nr. 63 "FLINK" im westlichen Bahnhofsareal von Oldenburg.
Die Nr. 63 „FLINK“ im westlichen Bahnhofsareal von Oldenburg.
Die TO Nr. 64 "FLOTT" dient auf einem oldenburgischen Bahnhof als Kulisse für das Bahnhofspersonal.
Die TO Nr. 64 „FLOTT“ dient auf einem oldenburgischen Bahnhof als Kulisse für das Bahnhofspersonal.
T O Nr. 86 "HILL"
T O Nr. 86 „HILL“

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Skizze der T 1, wie sie aus der G1 umgebaut wurde. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

1878: Tenderlokomotive

Beschreibung der Lokomotiven

Im Jahre 1878 bestand ein erhöhter Bedarf an Tenderlokomotiven. In der Eisenbahnwerkstätte Oldenburg wurden daher vier Lokomotiven der Gattung G 1, die 1873 von Wöhlert als Schlepptenderlokomotiven geliefert wurden, zu Tenderlokomotiven umgebaut. Bereits 1871 hatte man mehrere Tenderlokomotiven der Gattung T 1.2 neu gebaut, die nötige Erfahrung lag also vor.

Die vielseitigen Maschinen, die durch den Umbau entstanden, waren gleichermaßen im Strecken- wie im Verschiebedienst einsetzbar.

In der äußeren Erscheinung glichen die Lokomotiven den damals eingesetzten Tenderlokomotiven; insbesondere das Führerhaus, mit dem nach vorne und hinten gewölbten Dach und den großen seitlichen Öffnungen, wurde übernommen. Vor dem Führerhaus befanden sich auf beiden Seiten Kohlebehälter. Der Rahmen war ein genieteter Blechrahmen, der als Wasserkastenrahmen ausgeführt war. Dieser Wasserkastenrahmen war eine Neuerung, die Krauß einführte. Als er in München sein Werk eröffnete, machte seine erste Maschine, die damit ausgerüstet war, die „LANDWÜHRDEN“, großes Aufsehen und errang auf der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille.

Die Maschinen waren mit einer Wurfhebelbremse ausgerüstet, die einseitig von vorne auf die Treibräder wirkte.
Diese Umbauten waren die letzten, die in der oldenburger Hauptwerkstätte durchgeführt wurden. In der Folgezeit wurden nur noch Teile wie Lokomotivkessel oder Tender hergestellt. Auch Güter oder Gepäckwagen wurden selbst gefertigt.

Die oldenburger Hauptwerkstätte war in der Lage, äußerst kostengünstig zu arbeiten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden hier Dampflokomotiven im Vergleich mit den anderen Eisenbahnen Deutschlands zu den niedrigsten Kosten unterhalten.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartB-n2
Baujahr1873/1878
Länge über Puffer7775  mm
Höchstgeschwindigkeit60 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1520 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser360 mm
Kolbenhub560 mm
Rostfläche1,0 qm
Heizfläche87,0 qm
Kesselüberdruck10 bar
Leergewicht? t
Dienstgewicht? t
Reibungsgewicht? t
Tender

Skizze der Lokomotiven

Skizze der T 1, wie sie aus der G1 umgebaut wurde. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Skizze der T 1, wie sie aus der G1 umgebaut wurde. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Wöhlert429187323LIENE1878 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert430187324JADE1879 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert431187325AHNE1880 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert432187326WAPEL1881 Umbau in Tenderloks (T1)

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Die Lokomotive Nr. 11 "LANDWÜHRDEN" war die erste von Krauss in München gebaute Lokomotive. In Oldenburg erhielt sie 1894 noch einen Ersatzkessel, wurde dann aber 1900 ausgemustert. Krauss kaufte sie seinerzeit zurück und rstaurierte sie. Heute ist die Lokomotive im Deutschen Museum in München zu besichtigen, leider ohne Tender.

1867: Lokomotive für den gemischten Dienst

Die Lokomotive Nr. 11 "LANDWÜHRDEN" war die erste von Krauss in München gebaute Lokomotive. In Oldenburg erhielt sie 1894 noch einen Ersatzkessel, wurde dann aber 1900 ausgemustert. Krauss kaufte sie seinerzeit zurück und restaurierte sie. Heute ist die Lokomotive im Deutschen Museum in München zu besichtigen, leider ohne Tender.
Die Lokomotive Nr. 11 „LANDWÜHRDEN“ war die erste von Krauss in München gebaute Lokomotive. In Oldenburg erhielt sie 1894 noch einen Ersatzkessel, wurde dann aber 1900 ausgemustert. Krauss kaufte sie seinerzeit zurück und restaurierte sie. Heute ist die Lokomotive im Deutschen Museum in München zu besichtigen, leider ohne Tender.

Beschreibung der Lokomotiven

Nach den Entwürfen des Obermaschinenmeisters Krauss, der für die schweizerische Nord-Ost-Bahn bereits zweiachsige Lokomotiven gebaut hatte, bestellte man bei Hartmann in Chemnitz sechs Lokomotiven, die noch 1866 geliefert wurden. Weitere 40 Maschinen wurden von Krauss, der inzwischen in München eine eigene Lokomotivfabrik gegründet hatte, Wöhlert in Berlin und Hohenzollern in Düsseldorf bis 1877 geliefert. In den Jahren 1889/91 wurden nochmals acht Maschinen nachbeschafft, deren vergrößerter Achsstand die Erhöhung der Geschwindigkeit auf 75 km/h erlaubte.

Die Lokomotiven erhielten sämtlich Kessel ohne Dampfdom, stattdessen hatten sie ein innenliegendes Dampfsammelrohr. In späteren Jahren wurden noch Sandstreuer und Zentralschmierung angebracht.

Die von Hohenzollern 1876/77 gefertigten Lokomotiven erhielten in den neunziger Jahren neue, leistungsfähigere Kessel, zwei weitere ankerlose Kessel mit Wellrohrfeuerbüchse der Bauart Lentz, die sich jedoch nicht bewährten.
Bis 1875 wurde bei der Oldenburgischen Staatsbahn ausschließlich Torf aus den heimischen Mooren gefeuert. Die gedeckten Torftender hatten im Dach Klappen zum Beladen, der Wasserkasten war ganz im unteren Rahmen untergebracht. Tender und Lok wurden durch eine Querkupplung der Bauart Wolff verbunden, wodurch für die für eine kleine Lok verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit von 60 km/h erreicht werden konnte.

Bemerkenswert ist, daß im Jahre 1878 vier Lokomotiven in Tenderlokomotiven der Gattung T1 umgebaut wurden.
Die Maschinen der Gattung G1 bewährten sich außerordentlich gut, was dazu führte, dass die letzten erst 1925 ausgemustert wurden. Die Lokomotive „Landwührden“ war die erste von Krauss gefertigte; sie wurde nach ihrem Ausscheiden im Jahre 1900 zurückgekauft und dem Deutschen Museum in München überwiesen. Noch heute ist sie, allerdings ohne Tender, zu bewundern.


Technische Daten der Lokomotiven

BauartB-n2
Baujahr1866 – 1891
Länge über Puffer13285  mm
Höchstgeschwindigkeit60 km/h
Treib- / Kuppelraddurchmesser1520 mm
Laufraddurchmesser vorn
Laufraddurchmesser hinten
Zylinderdurchmesser360 mm
Kolbenhub560 mm
Rostfläche1,0 qm
Heizfläche87,0 qm
Kesselüberdruck10 bar
Leergewicht19,5 t
Dienstgewicht22,5 t
Reibungsgewicht22,5 t
Tender2 T 5,5

Skizze der Lokomotiven

Hier eine Skizze der unterschiedlichen Ausführungen der G 1 wie sie in den unterschiedlichen Zeiträumen beschafft wurde.
Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968
Hier eine Skizze der unterschiedlichen Ausführungen der G 1 wie sie in den unterschiedlichen Zeiträumen beschafft wurde. Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Verzeichnis der Lokomotiven

HerstellerFabrik-
Nummer
BaujahrG.O.E.-
Nummer
G.O.E.-
Name
DR
Nummer
Bemerkung
Hartmann28818661OESTRINGENausgemustert vor 1913
Hartmann28918662STADLANDausgemustert vor 1912
Hartmann29018663STEDINGENausgemustert vor 1912
Hartmann29118664WANGERLANDausgemustert vor 1912
Hartmann29218665SAGTERLANDausgemustert vor 1914
Hartmann29318666AMMERLANDausgemustert vor 1912
Krauss218677BUTJADINGENausgemustert vor 1912
Krauss318678MÜNSTERLANDausgemustert vor 1914
Krauss418679RÜSTRINGENausgemustert vor 1912
Krauss5186710MOORIEM ausgemustert vor 1913
Krauss1186711LANDWÜHRDEN1884 Ersatzkessel
ausgemustert 1900
museal erhalten
Krauss36186812WANGEROOGausgemustert vor 1918
Krauss43186913HARLINGERLANDausgemustert vor 1914
Krauss44186914NESSERLANDausgemustert vor 1915
Krauss45186915LEEDINGERLAND ausgemustert vor 1915
Krauss46186916RHEIDERLANDausgemustert vor 1914
Krauss47186917GRONINGERLANDausgemustert vor 1918
Wöhlert48186918FRIESLAND1890 Lentz-Kessel eingebaut
ausgemustert 1897
Wöhlert425187319HUNTE
Wöhlert426187320WESER
Wöhlert427187321OLLEN
Wöhlert428187322HEETE
Wöhlert429187323LIENE1878 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert430187324JADE1879 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert431187325AHNE1880 Umbau in Tenderloks (T1)
Wöhlert432187326WAPEL1881 Umbau in Tenderloks (T1)
Hohenzollern22187627OCHTUMausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern23187628DELMEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern24187629WELSEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern25187630LETHEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern26187631HAARENausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern27187632MADEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern28187633HAASEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern29187634MARKAausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern30187635SOESTEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern31187636LEDAausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern32187637VERNEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern33187638DREPTEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern34187639HOHENZOLLERNausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern35187640ORANIENausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern51187741ELSEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern52187742DÜTEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern53187743LAHE
Hohenzollern54187744JÜMMEausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern55187745EMSausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern56187746DINKELausgemustert 1923 – 1925
Hohenzollern522188977SPIEKEROOGausgemustert 1911
Hohenzollern523188978NORDERNEYausgemustert 1914
Hohenzollern524188979BORKUMausgemustert 1911
Hohenzollern615189187HELGOLANDausgemustert vor 1918
Hohenzollern616189188LANGEOOGausgemustert vor 1918
Hohenzollern617189189BALTRUM
Hohenzollern618189190JUIST
Hohenzollern619189191ROTTUM

Weitere Bilder der Lokomotiven

Die Nr. 11 "LANDWÜHRDEN", gebaut als erste lokomotive bei Krauss in München auf einer französischen Postkarte. Hier wird sie als fälschlicherweise als Lok der Bayrischen Staatsbahn ausgewiesen, was sich wohl auf den von dort stammenden Hersteller zurückführen lässt.
Die Nr. 11 „LANDWÜHRDEN“, gebaut als erste lokomotive bei Krauss in München auf einer französischen Postkarte. Hier wird sie als fälschlicherweise als Lok der Bayrischen Staatsbahn ausgewiesen, was sich wohl auf den von dort stammendem Hersteller zurückführen lässt.
Die Lokomotive Nr. 8 "MÜNSTERLAND", gebaut 1867 von Krauss in München mit der Fabriknummer 3. Die Maschine ist noch mit dem typischen gedeckten Torftender gekuppelt. Ab Mitte der 1870er Jahre wurde zunehmend auf Kohlenfeuerung umgestellt, in diesem Zuge wurden auch die Tender umgebaut, wie z.B. auf dem Bild unten der "BORKUM" zu sehen. Die "MÜNSTERLAND" wurde nach fast 50 Betriebsjahren um 1914 ausgemustert.
Die Lokomotive Nr. 8 „MÜNSTERLAND“, gebaut 1867 von Krauss in München mit der Fabriknummer 3. Die Maschine ist noch mit dem typischen gedeckten Torftender gekuppelt. Ab Mitte der 1870er Jahre wurde zunehmend auf Kohlenfeuerung umgestellt, in diesem Zuge wurden auch die Tender umgebaut, wie z.B. auf dem Bild unten der „BORKUM“ zu sehen. Die „MÜNSTERLAND“ wurde nach fast 50 Betriebsjahren um 1914 ausgemustert.
Die Nummer 36 "LEDA" wurde unter der Fabriknummer 32 von Hohenzollern gebaut. Im Vorläufigen Umzeichnungsplan noch für die Nummer 51 7010 vorgesehen, wurde sie jedoch zwischen 1923 und 1925 ausgemustert.
Die Nummer 36 „LEDA“ wurde unter der Fabriknummer 32 von Hohenzollern gebaut. Im Vorläufigen Umzeichnungsplan noch für die Nummer 51 7010 vorgesehen, wurde sie jedoch zwischen 1923 und 1925 ausgemustert.
Die Abbildung zeigt die Nr. 18 "FRIESLAND", die 1869 von Krauss in München mit der Fabriknummer 48 gebaut wurde. 1890 wurde versuchsweise ein Kessel mit Wellrohrfeuerung Bauart Lentz eingebaut, der sich aber nicht bewährte. Erkennbar ist die Kesselbauart an dem vor dem Führerhaus ansteigenden Kessel. Die Maschine wurde um 1897 ausgemustert.
Die Abbildung zeigt die Nr. 18 „FRIESLAND“, die 1869 von Krauss in München mit der Fabriknummer 48 gebaut wurde. 1890 wurde versuchsweise ein Kessel mit Wellrohrfeuerung Bauart Lentz eingebaut, der sich aber nicht bewährte. Erkennbar ist die Kesselbauart an dem vor dem Führerhaus ansteigenden Kessel. Die Maschine wurde um 1897 ausgemustert.
Die 1876 von Hohenzollern unter der Fabriknummer 30 gebaute "SOESTE" (Bahnnummer 35) vor einem Zug im oldenburgischen. Im vorläufigen Umzeichnugsplan erhielt die Lok noch die Nummer 51 7009, wurde aber bereits zwischen 1923 und 1925 ausgemustert.
Die 1876 von Hohenzollern unter der Fabriknummer 30 gebaute „SOESTE“ (Bahnnummer 35) vor einem Zug im oldenburgischen. Im vorläufigen Umzeichnugsplan erhielt die Lok noch die Nummer 51 7009, wurde aber bereits zwischen 1923 und 1925 ausgemustert.
Eine weitere Ansicht mit der Nr. 36 "LEDA", diesmal vermutlich in der Ausbesserungswerkstätte in Oldenburg. Ein Teil der Belegschaft posiert vor und auf der Lokomotive.
Eine weitere Ansicht mit der Nr. 36 „LEDA“, diesmal vermutlich in der Ausbesserungswerkstätte in Oldenburg. Ein Teil der Belegschaft posiert vor und auf der Lokomotive.
Die Nummer 39 "HOHENZOLLERN" wurde 1876 von der gleichnamigen Maschinenfabrik an die G.O.E. ausgeliefert. Vorgesehen für die Nummer 51 7013 wurde die Lok jedoch bereits zwischen 1923 und 1925 ausgemustert. Das Bild zeigt sie im Betriebswerk, vermutlich in Oldenburg. Im Hintergrund ist noch eine T 1.2 zu erkennen.
Die Nummer 39 „HOHENZOLLERN“ wurde 1876 von der gleichnamigen Maschinenfabrik an die G.O.E. ausgeliefert. Vorgesehen für die Nummer 51 7013 wurde die Lok jedoch bereits zwischen 1923 und 1925 ausgemustert. Das Bild zeigt sie im Betriebswerk, vermutlich in Oldenburg. Im Hintergrund ist noch eine T 1.2 zu erkennen.
Eine unbekannte G 1 bei der Aufgleisung nach einem Unfall.
Eine unbekannte G 1 bei der Aufgleisung nach einem Unfall.

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