1907: Personenzug-Tenderlokomotive, T 5.1 (1 B 1-PTL), Baureihe 71.4
Die Lokomotive Nr. 187 "DELMENHORST", gebaut 1907 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 5003
Technische Daten der Lokomotive:
| Bauart | 1B1-n2v | Heizfläche | 100,7 qm | ||
| Treib- / Kuppelraddurchmesser | 1600 mm | Zylinderdurchmesser | 430 mm | ||
| Laufraddurchmesser vorn | 1000 mm | Kolbenhub | 600 mm | ||
| Laufraddurchmesser hinten | 1000 mm | Leergewicht | 42,0 t | ||
| Länge über Puffer | 11685 mm | Dienstgewicht | 53,6 t | ||
| Höchstgeschwindigkeit | 75 km/h | Reibungsgewicht | 30,0 t | ||
| Kesselüberdruck | 12,0 bar | Tender | - | ||
| Rostfläche | 1,6 qm | Baujahr | 1907 - 1921 |
Beschreibung der Lokomotive
Nach der Jahrhundertwende erwies sich die Beschaffung einer Tenderlokomotive mit einer höheren zulässigen Höchstgeschwindigkeit als dringend notwendig. Die vorhandenen Tenderlokomotiven waren nicht für den hochwertigen Personenzugdienst einsetzbar, da sie nicht schneller als 50 km/h waren. Lokomotiven mit Schlepptender aber konnten wegen fehlender Drehscheiben nicht überall eingesetzt werden. Wie bei den Personenzuglokomotiven mit Schlepptender übersprang die oldenburgische Staatsbahn auch bei den Tenderlokomotiven die 1 B-gekuppelte Bauart. Man ging hier von der B Tenderlokomotive zur 1 B 1 Lok über. Als Vorbild diente wieder eine preußische Bauart, die Gattung T 5, die auch fast unverändert übernommen wurde.
Diese Maschinen, die sich auf der Berliner Stadtbahn gut bewährte, schien auch für die oldenburger Strecken mit ihrem verhältnismäßig schwachen Oberbau geeignet. Trotz der Erfolge der Krauß-Helmholtz-Drehgestelle bei anderen Bahnverwaltungen wurde jedoch an der überholten Bauart mit Adamsachsen festgehalten. Dies und der weit über die erste Achse hinausreichende Wasserkasten verursachten einen unruhigen Lauf, den man durch einen vergrößerten Radstand und verstärkte Rückstellfedern auszugleichen versuchte, was jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führte.
Ab 1911 wurden die Maschinen mit höherer Kessellage geliefert. Außerdem wurden die Bremsklötze nun zweckmäßiger auf Achsmitte angeordnet. Aber auch die letzten Lieferungen aus dem Jahr 1921 wurden noch mit Adamsachsen ausgeführt.
Alle 20 Maschinen wurden von der Reichsbahn in den Umzeichnungsplan von 1925 übernommen. Sie konnten sich aber nur noch wenige Jahre halten und wurden bis 1930 ausgemustert.